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International

Parma-Ultras demonstrieren gegen die Vereinsführung

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 23. Februar 2015
Quelle: imago

Der Verein FC Parma aus Italien steht vor dem Aus. Katastrophale Leistungen in der Liga sind für die eingefleischten Fans noch nicht einmal das Schlimmste, nein, der Verein steht vor der absoluten Pleite und hat extrem hohe Schulden. Die Lage ist so ernst, dass schon Sportgeräte gepfändet wurden. Die Fans reagieren mit Protestaktionen.

Die Ultra-Gruppe des FC Parma – die Boys – haben den vergangenen Sonntag, an dem ihr Team eigentlich gegen Udinese Calcio spielen sollte, dazu genutzt, ihrem Unmut freien Lauf zu lassen. Obwohl das Spiel abgesagt wurde, marschierten die Boys vor das Stadion. Sie brachten Banner mit und hängten auch Spruchbänder an die geschlossenen Stadiontore: „Geschlossen wegen Raub“.

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Mehr als tausend Fans demonstrierten – es blieb, trotz der prekären Lage im Club, friedlich. Als Sündenbock wurde der aktuelle Präsident ausgemacht. Gesänge, die man mit „Geh weg“ übersetzen kann, waren oft zu hören.

In einer kurzen Stellungnahme auf der Website der Boys bedanken sich die Ultras für die zahlreiche Unterstützung bei den Protesten. Noch einmal stellen sie klar: „Der einzige Weg zu überleben, ist Manenti loszuwerden.“ Giampietro Manenti ist der derzeitige Präsident, der bei Amtsantritt den Spielern Zahlung der Gehälter und eine Investition von 100 Millionen Euro in den Klub versprochen haben soll. Von diesem Geld haben die Spieler aber anscheinend noch nichts gesehen, so sagte es zumindest ein Spieler im Interview mit der La Gazzetta dello Sport.

Die Boys Parma gibt es seit 1977 und haben seitdem eine Menge mit ihrem Verein durchgemacht. Neugründung des Vereins im Jahr 2004, Abstieg in die Serie B 2005 und 2014 die Aberkennung des Europa League Platzes wegen steuerlicher Unregelmäßigkeiten. All diese Niederschläge verfolgten die Ultras von den Rängen des Stadio Ennio Tardini mit und blieben ihrem Verein stets treu. 2015 scheint der Verein jedoch endgültig am Ende angekommen zu sein und die Frage, die man sich als Fangruppierung stellen muss, lautet: Wie geht man mit dieser Lage um?

Die Boys Parma und die anderen Fans entscheiden sich dafür, sich nicht unterkriegen zu lassen. Das nächste Spiel wird (vielleicht?) am 01.03. in Genua stattfinden. Die Ultras rufen zur Reise mit dem Bus nach Genua auf: „01.03.2015 – Ich bin bereit, und du? In Genua einmarschieren!“ In dieser schwierigen Situation rücken die Ultras zusammen und machen klar: „Wir sind Parma. Nur wir!“ Bilder vom Protestmarsch könnt ihr hier sehen.