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National

Ost-Berlin Derby mit Zwischenfällen

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 16. März 2015
Quelle: imago

Am gestrigen Sonntag musste das Spiel zwischen der zweiten Mannschaft von Union Berlin und dem BFC Dynamo unterbrochen werden. Fans von Union Berlin wollten über die Haupttribüne zum Gästeblock gelangen. Die Unterbrechung betrug circa 20 Minuten.

Das Spiel an der Alten Försterei war gut besucht, mehr als 8.000 Zuschauer wollten den Klassiker verfolgen. Die Zahl der Auswärtsfans wird auf gut 2.000 geschätzt. Im Vorfeld des Spiels wurde ein Marsch der Auswärts-Fans zum Stadion organisiert. Als teilweise vermummte Heim-Fans über die Haupttribüne zum Gästeblock vordringen wollte, marschierte die Polizei zwischen die zwei Blöcke und blockierte damit auch einen Teil des Rasens, was das weitere Spielen kurzzeitig unmöglich machte.

Während des Spiels gab es Provokationen seitens der BFC-Anhänger und auch eine kleine Pyroaktion. Auch vor dem Spiel soll es zu dem Versuch seitens Union-Anhänger gekommen sein, die anreisenden BFC-Fans zu attackieren. Am Ende konnte das Spiel fortgesetzt werden. Dynamo ging mit einem 1:0 als Sieger hervor.

UPDATE:

Mittlerweile ist eine Pressemitteilung der Berliner Polizei online abrufbar. In dieser ist die Rede von körperlichen Angriffen gegen die Beamten. Im Stadion musste die Polizei „Reizstoffsprühgeräte und Mehrzweckstöcke“ einsetzen. Nach dem Spiel soll es zu Auseinandersetzungen zwischen den Polizisten und den Gästefans gekommen sein, die dazu aufgefordert wurden, im Block zu warten. Die Polizei spricht von 175 Festnahmen, „darunter auch wiedererkannte Straftäter“, sowie 112 verletzten Beamtinnen und Beamten.

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Nachfolgend die komplette Pressemitteilung der Polizei:

Insgesamt 64 Strafermittlungsverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstands, Sachbeschädigung und Beleidigung, musste die Polizei gestern im Nachgang eines Fußballspiels in Köpenick einleiten. Vor dem Spiel sahen die Einsatzkräfte in einer Parkanlage ca. 130 Anhänger der Heimmannschaft, die teilweise schon vermummt waren und sich in unmittelbarer Nähe zur Wegstrecke der Gästefans befanden. Die Beamten drängten die Personengruppe zur Identitätsfeststellung in den Park zurück. Bei dem Spiel im Stadion „An der Alten Försterei“ in der Straße An der Wuhlheide versuchten gegen 15 Uhr etwa 300 Anhänger der Heimmannschaft über die Haupttribüne zu den Gästefans zu gelangen. Ordner, die das verhindern wollten, wurden attackiert, so dass die Polizei unterstützend eingreifen musste. Auch die Beamten wurden von den aggressiven Stadionbesuchern körperlich angegriffen und setzten daraufhin Reizstoffsprühgeräte und Mehrzweckstöcke ein, um die Angreifer zurückzudrängen. Ein Teil der Gruppe legte dabei Vermummung an. Nachdem die Gruppe wieder in den ihr zugewiesenen Block gewichen war, beruhigte sich die Lage.

Wenig später versuchten Gästefans den Zaun zum Spielfeld zu übersteigen, Ordner und Einsatzkräfte verhinderten dies. Im Fanblock der Gästemannschaft wurden Sitzschalen aus den Verankerungen gerissen und in Richtung Spielfeld geworfen, auch gefüllte Plastikbecher wurden weiterhin geworfen.

Aufgrund der aggressiven Stimmung und den fortwährenden Auseinandersetzungen zwischen Fans, Ordnern und Einsatzkräften in beiden Fanlagern wurde die Partie vom Schiedsrichter unterbrochen und nach ca. 15 Minuten fortgesetzt.

Nach Spielende wurden die Gästefans aufgefordert, noch zu warten. Als Reaktion darauf kam es zu diversen körperlichen Attacken auf die Beamtinnen und Beamten, Flaschenwürfen, mit Bier und Sand gefüllte Becher wurden geworfen, durch das Entleeren von Feuerlöschern in Richtung der Einsatzkräfte wurden mehrere Polizisten verletzt. Im Wuhlewanderweg wurden die eingesetzten Kräfte erneut von Anhängern der Gästemannschaft angegriffen, eine Absperrung durch etwa 40 bis 60 Gästefans durchbrochen, wobei Einsatzkräfte unter anderem mit Verkehrsschildern angegriffen und verletzt wurden. Beim Lauf der Gästefans in Richtung S-Bahnhof Spindlersfeld suchten erneut Anhänger der Heimmannschaft die Auseinandersetzung und versuchten den Zaun an der Geschäftsstelle zu übersteigen, was unterbunden werden konnte.

Durch ein konsequentes Reagieren und Einschreiten von Ordnern und Einsatzkräften konnte ein Aufeinandertreffen der Fanlager verhindert werden. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden 175 Personen, darunter auch wiedererkannte Straftäter, festgenommen und 112 Beamtinnen und Beamte verletzt, zwei wurden ambulant behandelt.