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National

Ordner wird zum „Derbyhelden“

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 20. April 2015
Quelle: imago

Am Samstag war der SC Preußen Münster zu Gast beim DSC Arminia Bielefeld. Das Westfalen-Derby konnten die Gastgeber mit 2:1 für sich entscheiden. Doch nicht nur die drei Punkte blieben in Bielefeld.

Die Atmosphäre rund um das Westfalen-Derby war angespannt. Bereits vor Spielbeginn flogen erste Böller in Richtung der Polizei. Während der Begegnung zogen Rauchschwaden durch die Bielefelder Alm. Nach dem Schlusspfiff durchbrachen Fans aus Münster hinter der Gästetribüne eine Absperrung zu den Arminia-Fans und lieferten sich eine Schlägerei, die die Polizei mit dem Einsatz von Reizgas unterband. Laut der Neuen Westfälischen wurden beim Spiel elf Polizisten, drei Ordner, 13 „Störer“ und zwei Unbeteiligte verletzt.

Für das größte Aufsehen sorgte jedoch die Aktion eines Ordners, der in den sozialen Netzwerken als „Derbyheld“ gefeiert wird. Der Ordner, der am Rand des Gästeblocks stand, hatte den Münsteranern eine Bielefelder Fahne entrissen.

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Die Fahne gehörte nach Informationen aus dem Preussen-Forum einem Arminen, der nach provozierenden Gesten von einem Ordner aus dem Stadion geführt wurde. Die Fahne soll dabei auf die Treppe gelegt worden sein, von wo sie über Umwege in den Gästeblock gelangte. Zuvor sollen Fans der Gastgeber im angrenzenden Sitzplatzblock mit Bierbechern beworfen worden sein. Diese seien anschließend von Ordnern in den Stehplatzblock zurückgeworfen worden.

Der „Derbyheld“ wird von den Bielefeldern für sein Handeln gefeiert. Sogar eine Gehaltserhöhung sollen die Fans vorgeschlagen haben. Der finanzielle Spielraum für ein solchen Aufschlag wäre sicher gegeben, denn den Hausherren ist nach dem Derbysieg ein weiterer großer Schritt in Sachen Aufstieg in die 2. Bundesliga gelungen. Bezüglich des Verhaltens der Ordner besteht auf Münsteraner Seite offenbar jedoch noch Klärungsbedarf. Unter diesem Link bittet das Fanport Münster um Erfahrungsberichte zum Ordnereinsatz: „Bitte schreibt uns, was ihr beobachtet habt. Wir werden dann einen Bericht verfassen und an die Vereine sowie an den DFB schicken.“