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National

Ohne Bewährung! Teilausschluss für Cottbuser Fans

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 10. April 2014
Quelle: By Sane (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der DFB hat Energie Cottbus mit einer drastischen Strafe belegt: 10.000 Euro muss der Zweitligist zahlen, zudem einen neuen Spielertunnel bereitstellen, um Spieler, Schiedsrichter und Verantwortliche vor Wurfgeschossen zu schützen. Vor allem müssen beim nächsten Heimspiel gegen den FC St. Pauli am kommenden Donnerstag drei Blöcke der „Nordwand“ geschlossen bleiben.

Zuletzt verurteilte der DFB immer öfter Vereine zu Teilausschlüssen von Zuschauern – allerdings in der Regel auf Bewährung. Die Lausitzer bekommen nun die volle Härte des Verbands zu spüren.

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Grund für das Urteil waren gleich mehrere Vorfälle, bei denen Zuschauer Gegenstände auf Schiedsrichter geworfen hatten. Nach Abpfiff des Zweitligaheimspiels gegen den TSV 1860 München am 26. März 2014 waren aus der Nordwand Feuerzeuge und gefüllte Bierbecher in Richtung des Schiedsrichter-Teams um Christian Bandurski (Oberhausen) geworfen worden, als dieses gerade das Spielfeld verließ. Dabei wurde Schiedsrichter-Assistent Stefan Glasmacher (Alsdorf) von einer Münze am Oberschenkel getroffen.

Zu einem ähnlichen Vorfall kam es nach dem Zweitligaheimspiel gegen Dynamo Dresden am 4. April 2014 beim Verlassen des Spielfeldes, als das Schiedsrichterteam um Günter Perl (Pullach) aus dem Cottbuser Zuschauerbereich mit Feuerzeugen und Geldstücken beworfen wurde. Trotz der von mehreren Ordnern zum Schutz aufgespannten Regenschirme wurde Schiedsrichter-Assistent Thomas Stein (Weibersbrunn) dabei von einem kleinen harten Gegenstand am Kopf getroffen und ging zu Boden. Er erlitt eine blutende Platzwunde, die ärztlich versorgt werden musste.

Als Bestandteil der Strafe verlieren am 17. April alle Dauerkarten für die Blöcke G, H und I der Nordwand ihre Gültigkeit. „Wir haben uns mit dem Verband auseinandergesetzt und ein weitaus drastischeres Strafmaß verhindert, auch ein Geisterspiel stand angesichts der Schwere des Vergehens in Form von Körperverletzung im Raum. Für uns als Verein, vor allem aber für unsere treuen und vorbildlichen Fans auf der Nordwand ist es dennoch eine Katastrophe, dass sie ihren angestammten Platz gegen den FC St. Pauli wegen einiger Unverbesserlicher nicht einnehmen können“, erklärt Geschäftsführer Normen Kothe zur Urteilsverkündung. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist damit rechtskräftig. Der neue Spielertunnel muss bis spätestens eine Woche vor Beginn der nächsten Saison fertiggestellt werden.