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National

Offener Brief von ProFans an den Geschäftsführer der DFL

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 15. Februar 2015
Quelle: imago

In einem Offenen Brief wendet sich das Fanbündnis „ProFans“ an DFL-Boss Christian Seifert. Darin wird gefordert, die Anstoßzeiten der ersten und zweiten Bundesliga nicht breiter zu fächern.

Nachdem zuletzt die Höhe der TV-Vermarktungsgelder in England bekannt wurden, die die Einnahmen in Deutschland um einiges überflügeln, hat der DFL-Geschäftsführer bereits auf „unpopuläre Maßnahmen“ hingewiesen, welche die Erlöse der Bundesliga erhöhen könnten. Maßnahmen, die den meisten Fans wohl so gar nicht schmecken würden. Was sich hinter diesen verbirgt, dürfte jedem schnell klar werden. Um die Marke Bundesliga im Ausland attraktiver und zugänglicher zu machen, besteht die Befürchtung, dass die DFL unter anderem an den Anstoßzeiten der Bundesligapartien zu schrauben gedenkt.

In dem Offenen Brief von ProFans werden genau diese Befürchtungen offen angesprochen. ProFans stellt die Attraktivität der Bundesliga vergleichend vor andere internationale Ligen und weist auf die Besonderheiten der Liga hin: Diese seien die ausverkauften, stimmungsvollen und euphorischen Stadien. Dazu heißt es: „Ohne Emotionen wäre der Profifußball in Deutschland deutlich weniger reizvoll, nicht nur für die Stadionbesucher, sondern auch für die Zuschauer am Fernseher. Die Unterstützung der Fans in den Stadien lässt den Zuschauer aktiv am Geschehen teilnehmen und stärkt die emotionale Bindung zum Fußball.“

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Die zunehmende Fächerung der Spieltermine, so ProFans weiter, gefährde und beschädige dieses deutsches Alleinstellungsmerkmal. Besonders Gästefans leiden unter den Anreisen zu Spielen, die zu fanunfreundlichen Zeiten Montag- oder Mittwoch Abends angestoßen werden.

Obwohl die Fanverbände mehrfach den Dialog mit der DFL gesucht haben, um dieses Problem anzusprechen, wurden die Spieltage in der Vergangenheit immer weiter aufgespalten und fanunfreundlicher gestaltet.

Aus den genannten Gründen stellt das Fanbündnis folgende Forderungen, die bei der Vergabe der Fernsehrechte unbedingt berücksichtigt werden sollen:

– Keine weitere Zerstückelung der Spieltage, weder in der ersten, noch in der zweiten Bundesliga.
– Bei den zwei Sonntagsspielen der ersten Bundesliga ist grundsätzlich jenes Spiel um 15:30 Uhr ansetzen, bei dem die geographische Entfernung zwischen den beiden Städten größer ist.
– Der Anpfiff bei “englischen Wochen” in der zweiten Bundesliga darf nicht vor 20:00 Uhr stattfinden. Soll die zweite nicht zeitgleich zur ersten Bundesliga gezeigt werden, so ist zu prüfen, die Spiele der zweiten Bundesliga in eine andere Kalenderwoche zu verschieben.* Grundsätzlich sollten englische Wochen komplett vermieden werden!
– Abschaffung des Montagsspiels in der zweiten Bundesliga. Soll ein vermeintliches Topspiel ein Alleinstellungsmerkmal besitzen, so könnte der 20:30 Uhr-Termin an einem Samstag gewählt werden.
– Abschaffung der Freitagabendspiele in der ersten und zweiten Bundesliga.
– Zeitnahe genaue Terminierung der ersten Bundesliga, wenige Tage, nachdem zu berücksichtigende Europapokal- oder DFB-Pokal-Spiele feststehen.
– Langfristige Terminierung der zweiten Bundesliga, sobald die Teilnehmer (bzw. in späteren Runden der potentiellen Teilnehmer) der nachfolgenden DFB-Pokalrunde feststehen.

„Riskieren Sie nicht leichtfertig die hier gewachsenen Strukturen, um eine finanzielle Lücke zu schließen, die auch auf Grund der unterschiedlichen Strukturen und historischen Begebenheiten extistiert,“ heißt es am Ende des Briefes.