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National

Nur noch personalisierte Tickets für Dynamo-Fans bei Risikospielen

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 15. Juli 2016
Quelle: imago

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden wegen neun Fällen eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger zu einer Geldstrafe, einem Zuschauer-Teilausschluss auf Bewährung sowie Auflagen verurteilt. 

20.000 Euro muss Dynamo Dresden an den DFB überweisen. Bis zu 7000 Euro davon kann der Verein jedoch für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwenden, was dem DFB bis zum 31. Dezember 2016 nachzuweisen wäre.

Außerdem hat das DFB-Sportgericht einen Zuschauer-Teilausschluss für den K-Block im DDV-Stadion bei einem Heimspiel in der 2. Bundesliga auf Bewährung ausgesprochen. Zudem dürfen bei allen als Risikospiel eingestuften Auswärtsbegegnungen der neuen Saison nur personalisierte Tickets an Vereinsmitglieder abgegeben werden. Außerdem muss der Klub zu solchen Auswärtsspielen der 2. Bundesliga beziehungsweise des DFB-Pokals mindestens 40 eigene Ordnungskräfte einsetzen.

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Bei insgesamt sechs Dresdner Rückrundenspielen der 3. Liga zwischen dem 2. März und dem 7. Mai 2016 war es zu Vorkommnissen mit Dresdner Zuschauern gekommen. Dazu zählten etwa zwei versuchte Einlassstürme, tätliche Auseinandersetzungen mit Polizei und Ordnungskräften, das Abbrennen von Pyrotechnik und gegnerischen Fanutensilien sowie das Zeigen von Bannern mit verunglimpfenden Inhalten.

Zwar hält der Aufsteiger die Geldstrafe für „angemessen“, was die Restriktionen bei dem Verkauf von Tickets für Risikospiele angeht, zeigt sich Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born auf der Vereinshomepage jedoch nicht überzeugt: „Wir sind der Überzeugung, dass sich insbesondere die Beschränkung auf den Onlineverkauf für Vereinsmitglieder bei Risikoauswärtsspielen als eine nicht wirkungsvolle Maßnahme entpuppen könnte. Das haben wir auch dem DFB gegenüber in den Verhandlungen deutlich gemacht. In enger Abstimmung mit der Hauptabteilung Prävention und Sicherheit des DFB werden wir weiter unsere Sicht verdeutlichen, dass diese Maßnahme nur dann zur Anwendung kommen kann, wenn abzusehen sein sollte, dass die Heimbereiche der jeweiligen Stadien auch komplett ausgelastet sein werden“

Auch die Vorfälle beim Aufstiegsspiel in Magdeburg, die der DFB ebenfalls bestrafte, kommentierte Born: „Wir sind uns bewusst, dass gerade bei den Vorkommnissen am 16. April 2016 beim Auswärtsspiel in Magdeburg fast 1.000 Dynamo-Fans unter dem Fehlverhalten einer Minderheit leiden mussten und ihnen dadurch der Zutritt zu diesem Spiel verwehrt wurde. Die interne Auswertung der Erfahrungsberichte unserer Anhänger und Beteiligten haben bestätigt, dass sich in Magdeburg das Fehlverhalten nicht allein auf die Dresdner Anhänger beschränkt hat. Es sind von allen Seiten erhebliche Fehler gemacht worden. Auch das haben wir bei den Gesprächen mit dem DFB nochmals deutlich zum Ausdruck gebracht. Wir als Verein versuchen auch in Zukunft alles, um die Spielvorbereitung solcher Brisanzspiele weiter zu optimieren.“

Dynamo Dresden hat dem Urteil des Sportgerichts zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.