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NRW: Neues Konzept gegen Gewalt beim Fußball

Autor: Robin Schwitzer Veröffentlicht: 04. Februar 2015
Quelle: imago

Polizei und Justiz im Bundesland Nordrhein-Westfalen starten mit sofortiger Wirkung ein neues Konzept gegen Gewalt rund um Fußballspiele. Ein täterorientiertes, bundesweites Konzept soll Intensivtäter einfacher von Fußballspielen fernhalten.

„Wir nehmen die Intensivtäter von Krawallen in Manndeckung. Diese Rädelsführer sind das größte Problem, weil sie prügeln und andere zu Gewalt anstiften. Jeder von ihnen befindet sich künftig im Visier von erfahrenen Ermittlern“, äußerte sich Innenminister Ralf Jäger.

Justizminister Thomas Kutschaty erklärte weiter: „Durch eine Verbesserung der Koordination von Polizei und Justiz können wir künftig noch schneller reagieren und Straftäter konsequent und umfänglich für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen.“

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NRW setzt damit als erstes Bundesland auf ein bundesweites, täterorientiertes Konzept gegen Gewalt beim Fußball. Jäger hatte als Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK) Polizeiexperten aus Bund und Ländern beauftragt, dieses täterorientierte Konzept zu entwickeln. Es soll bald in ganz Deutschland angewandt werden.

„Die kleine Gruppe der Rädelsführer ist hoch gefährlich und über Ländergrenzen hinweg organisiert. Sie reist durch das Bundesgebiet, nutzt Fußballspiele als Anlass, um im Umfeld der Stadien zu Schlägereien aufzuwiegeln. Sie begeht Raubdelikte und stachelt Mitläufer zu Attacken auf Polizisten an“, heißt es in einer Pressemitteilung des Innenministeriums.

„Diese gefährliche Gruppe umfasst in NRW nach unseren Erkenntnissen rund 150 Intensivtäter. Spezialisierte Ermittler erfassen und bewerten wann und wo jeder einzelne Gewalttäter auffällig geworden ist, egal ob in München, Hamburg oder Berlin. Diese Informationen zur kriminellen Vorgeschichte stellen sie bundesweit Polizei und Justiz zur Verfügung. Staatsanwalt und Richter erhalten sofort ein umfassendes Bild von ihm und seinen Straftaten. Jeder Rädelsführer muss deshalb damit rechnen, schneller und härter bestraft zu werden“, erläuterte NRW-Innenminister Jäger.

In Nordrhein-Westfalen teilt die Polizei ihrer Ermittlungen auf 16 Schwerpunktbehörden auf. Die Strafverfolgung sei so effektiver. Durch die verbesserte Informationslage der einzelnen Behörden könne die Polizei Straftäter einfacher von Fußballspielen fernhalten. „Jeder Gewalttäter muss spüren, dass Polizei und Justiz ihm bundesweit auf den Füßen steht. Wer randaliert und zuschlägt, hat bei Fußballspielen nichts verloren“, betonte Jäger abschließend.