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National

„Nichts dazu gelernt“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 21. Februar 2017
Quelle: imago

Eindringlich haben der FC Schalke 04 und die Polizei Gelsenkirchen vor dem Europa-League-Spiel gegen PAOK Saloniki am Mittwoch an die Schalke-Fans appelliert, Provokationen zu unterlassen. Viele Anhänger wollen sich jedoch ihre Meinung nicht verbieten lassen. 

So schreiben etwa die Ultras Gelsenkirchen in einer Stellungnahme: „Die Verantwortlichen unseres Vereins haben auch drei Jahre nach dem Polizeieinsatz in der Nordkurve anscheinend nichts dazu gelernt und ein weiteres Mal eine große Chance vertan, seinen Fans Rückgrat zu beweisen.“ Das Verhalten der Vereinsverantwortlichen sei „für jeden verletzten und betroffenen Schalker der Ereignisse von 2013 ein Schlag ins Gesicht.“

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Wie die Gruppe aus Vereinskreisen erfahren haben will, sollen die Ordner am Einlass mit Unterstützung der Polizei gezielt Ausschau nach roten Fanartikeln sowie Spruchbändern halten. Sollten in der Nordkurve Materialien mit Bezug zu Mazedonien auftauchen, seien die Fanbeauftragten des Vereins zudem dazu angehalten, die entsprechenden Personen auf dieses nicht geduldete Verhalten hinzuweisen. Weitere Schritte wollen sich Verein und Polizei offenbar vorbehalten. Der FC Schalke 04 hatte bereits angekündigt, dass mazedonische Fahnen am Einlass abgenommen werden könnten.

Die Ultras Gelsenkirchen hoffen dennoch, „dass sich trotz dieser unfassbaren Vorgehensweise kein Schalker am morgigen Tag in seiner Meinungsfreiheit einschränken lässt und dass wir dem Verein geschlossen zeigen, dass ein solches rückgratloses Verhalten gegenüber den eigenen Anhängern nicht toleriert wird!“

Aufgrund eines umstrittenen Polizeieinsatzes in der Schalker Nordkurve beim Aufeinandertreffen der beiden Vereine im Jahr 2013 gilt die Partie als besonders brisant. Damals hatten sich die griechischen Gästefans von einer mazedonischen Fahne befreundeter Schalker Ultras provoziert gefühlt und angeblich mit einem Platzsturm gedroht. Bei dem Einsatz der Polizei waren 89 Personen verletzt worden.