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National

Neururer spaltet die Fans – jetzt wehren sich die „bösen Ultras“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. Mai 2014
Quelle: imago

Die Trainerpersonalie spaltet offenbar die Fanszene des VfL Bochum. Ging es zunächst noch darum, ob Peter Neururer auch in der kommenden Saison Trainer des Mit-Ach-und-Krach-weiterhin-Zweitligisten bleiben solle, ist darüber längst ein Streit über die Rolle der Ultras im Block entbrannt. Während des Heimspiels gegen den Karlsruher SC gab es nicht nur lautstarke „Ultras-raus“-Rufe, es flogen sogar zwischen Bochumer Fans die Fäuste.

Die 2012 gegründete Ultra-Gruppe „Cattivo Bochum“ hat die Vorfälle in einem öffentlichen Statement aufgearbeitet. Darin diagnostizieren sie, dass Neururer es geschafft habe, „einen Keil in die Kurve zu treiben.“ Wie bereits beim Saisonfinale 2005 seien beim Spiel gegen Karlsruhe „Bierbecher, Münzen, Feuerzeuge und die Fäuste“ geflogen. Schon länger sind die Verwerfungen zwischen Ultra-Szene und dem Rest der Kurve mehr oder weniger offenbar. Dass es aber sogar zu Handgreiflichkeiten unter Bochumer Fans kommt, das war neu.

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Anders als von vielen Stadionbesuchern angeprangert, machen „Cattivo Bochum“ jedoch gerade die Ultra-Kritiker für die Eskalation verantwortlich: „Die Anfänge gehen meistens nicht von den ‚bösen Ultras‘ aus, sondern kommen in Form von Wurfgeschossen aus dem oberen Teil der Ostkurve. Ist es da besonders überraschend, dass man nach dem zehnten halb vollen Bierbecher den man in den Nacken bekommt, irgendwann auch mal die Fassung verliert? Ist es besonders überraschend, wenn ein Großteil zum wiederholten mal den Rauswurf einer ganzen Bewegung fordert, die Woche für Woche ihrem Verein hinterher fährt, in der Woche tagelang an Choreos arbeitet und immer 100 Prozent bei der Sache ist, dass einem da irgendwann der Kragen platzt?“, fragt die Gruppe in ihrer Stellungnahme.

„Warum sollten die Ultragruppen noch so weiter machen?“

Frustration scheint sich Bahn gebrochen zu haben. Einige Zeilen lesen sich beinahe wie ein Rücktrittsangebot. So heißt es weiter in dem Schreiben: „Warum sollten die Ultragruppen noch so weiter machen? Warum sollten sie die Stimmungsmacher in der Kurve sein, wenn sie eh keiner haben will?“ Der Schlusssatz des Statements immerhin zeigt eine versöhnliche Lösung des Konflikts auf: „Man muss nicht die Ansichten und Meinung der Ultragruppen teilen, sie nicht für gutheißen oder sie vertreten. Aber wir alle sollten in der Kurve ein vernünftiges und respektvolles Verhalten an den Tag legen, dass sich solche Ereignisse wie gestern nicht wiederholen.“ Das klingt doch eher nach ausgestreckter Hand als nach geballter Faust.