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National

Nach massiver Kritik: Schalke zieht Wahlempfehlung zurück

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 16. April 2014

Zwischenzeitlich deutete vieles auf einen Schulterschluss hin, doch irgendwie kommt der FC Schalke vor der anstehenden Mitgliederversammlung nicht recht zur Ruhe. Nun hat der Verein mit einer Wahlempfehlung zahlreiche Fans verstimmt – und flugs wieder zurückgerudert.

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Noch Anfang April hatten scheinbar Verein und die kritische Fans einen Schulterschluss vollzogen: Alle Antragsteller hatten ihre Satzungsänderungsanträge zum Wahlausschuss zurückgezogen. Verein und Mitglieder wollen bei dem umstrittenen Thema fortan gemeinsam einen Arbeitskreis gründen und Vorschläge erarbeiten, die 2015 zur Abstimmung gebracht werden sollen, statt es auf eine konfrontative Abstimmung auf der Versammlung am 4. Mai dieses Jahres hinauslaufen zu lassen. Das verkauften beide Seiten als eine gute Nachricht, vor allem weil es der Veranstaltung ein wenig ihrer Brisanz zu nehmen schien.

Nun aber hat sich der FC Schalke 04 den nächsten Vorstoß geleistet, der bei Teilen der Fans alles andere als gut ankam. Auf der vereinseigenen Seite „Starkes Schalke“ stellte der Bundesligist sechs Kandidaten für den Wahlausschuss vor, deren Kandidatur er unterstütze. Das Echo ließ nicht lange auf sich warten, zumal alle sechs Kandidaten gleichzeitig Mitglied im Schalker Fanclub-Verband sind, dem viele Anhänger vorwerfen, dass er vom Verein finanziell subventioniert werde und damit nicht unabhängig sei. Da der Wahlausschuss mit über den Aufsichtsrat bestimmt, versuche  der FC Schalke 04 so indirekt Einfluss auf die Besetzung des eigenen Kontrollgremiums zu nehmen, hieß es. Vor allem aus dem Kreis der Organisation Schalke.V.ereint wurde Kritik laut.“Schalke Unser“, die Fan-Zeitung der Schalker Fan-Initiative schrieb zu dem Vorstoß des Vereins etwa: „Der Vorstand des FC Schalke 04, der von dem Aufsichtsrat bestimmt wird, dessen Kandidaten vom Wahlausschuss gesiebt werden, unterstützt also Kandidaten, die ihm genehm sind. Das ist schon recht plump, da fehlen einem eigentlich die Worte.“

Eine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Am Mittwoch hat der Verein die Unterstützung der sechs Kandidaten offiziell wieder zurückgenommen. Zur Begründung heißt es: „Wir hatten diese Kandidaturen unterstützt, weil es die einzigen Statements und Inhalte waren, die wir zu dem Zeitpunkt kannten. Hätte es weitere Kandidaten gegeben, von denen wir sicher wären, dass sie alles einsetzen, um ein starkes Schalke zu ermöglichen, hätten wir deren Kandidatur selbstverständlich ebenfalls unterstützt.“ Weiterhin weist der Verein darauf hin, dass alle Kandidaten hätten, sich in den Vereinsmedien zu präsentieren oder die Arena für Videodrehs oder Sprechproben zu nutzen.