Anzeige

National

Nach Angriff auf Fans von Halle 96: Kritik an der Staatsanwaltschaft

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 04. September 2014

Vor etwa einem Jahr griffen Fans des Halleschen FC anscheinend zwei Anhänger des VfL Halle 96 an. Gestern wurde der Prozess gegen zwei mutmaßliche Täter eröffnet. Das Projekt „Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt“ kritisiert, dass die Staatsanwalt ein möglicherweise rechtes Tatmotiv nicht berücksichtigt.

Einfache Körperverletzung lautet die Anklage gegen die beiden Hallenser, die Ermittlungen wurden jedoch wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung geführt. Aus der Gruppe der Angreifer sollen Sprüche wie „Scheiß Zecken“ und „Drecksjuden“ gefallen sein. Wenig später soll eine etwa zwanzigköpfige Gruppe auf die beiden 96-Fans losgegangen sein. Eines der Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch und musste stationär behandelt werden.

Anzeige

Die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt kritisiert auf ihrer Webseite, dass „das gemeinschaftliche Handeln der Angreifer aus der Gruppe der HFC-Fans heraus, die den Betroffenen gezielt folgten“ durch die Anklage bagatellisiert würde. Die massiven rechten und antisemitischen Beleidigungen seien von der Staatsanwaltschaft im Vorfeld des Prozesses aufgrund von sogenannter Geringfügigkeit eingestellt worden.

„Hier zeigt sich, dass politisch rechts motivierte Angriffe von der Justiz immer noch nicht als solche benannt und ernst genommen werden“ erkläret eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. „Die Betroffenen erwarten jetzt von dem Prozess, dass auch der Tathintergrund thematisiert und anerkannt wird“, so die Sprecherin weiter.

fn