Anzeige

International

Mutmaßliche Täter in Ägypten vor Gericht

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 18. März 2015
Quelle: imago

Die ägyptische Justiz hat nach den schweren Zwischenfällen beim Kairo-Derby Anklage erhoben. Beschuldigt werden insgesamt 16 Personen, darunter Teile der Muslimbruderschaft und Mitglieder der Ultras.

Anzeige

Bei Ausschreitungen im Spiel zwischen Zamalek SC und ENPPI Club kamen Anfang Februar 21 Menschen ums Leben. In der Folge wurde der Ligabetrieb der Egyptian Premier League für 40 Tage ausgesetzt und soll nun ohne Zuschauer fortgesetzt werden.

Nun erhebt die ägyptische Staatsanwaltschaft Anklage. Der Vorwurf lautet Mord, Unruhestiftung und Zerstörung. Offiziellen Angaben zufolge hatten hunderte Zamalek-Ultras der Gruppe White Knights ohne Tickets versucht, sich Zugang zum Stadion zu verschaffen. Unter den 16 Angeklagten sind auch Mitglieder der verbotenen Muslimbruderschaft. Ihnen wird vorgeworfen die Fans mit Waffen ausgestattet zu haben. Nachdem die Sicherheitskräfte Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt hatten, ist es im Stadion zu der folgenschweren Massenpanik gekommen.

In den letzten Wochen hatten White Knights und andere Zamalek-Fans gegen das ägyptische Innenministerium protestiert. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International wiesen zuletzt auf eine Zunahme der Polizeigewalt im nordafrikanischen Land hin.