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National

Mutmaßliche Kölner Platzstürmer outen sich bei Facebook

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 17. Februar 2015
Quelle: imago

Dass ihnen die Ermittlungen so leicht gemacht werden, damit hätten die ermittelnden Beamten wohl nicht gerechnet. Fünf Fans des 1. FC Köln, die mutmaßlich an dem Platzsturm beim Rheinderby in Mönchengladbach am vergangenen Samstag beteiligt waren, haben sich selbst auf einem Facebook-Foto markiert, das x-fach geteilt wurde.

„Wir sind gerade heftigst dabei, alles auszuwerten, Youtube-Videos, unsere eigenen Aufnahmen und was so alles in den sozialen Netzwerken rumgeistert“, berichtet Willy Theveßen von der Polizei Mönchengladbach gegenüber fanzeit. Dabei mussten die Beamten gar nicht lange recherchieren, bis sie auf ein pikantes Facebook-Bild stießen. Etliche Nutzer hatten eine Aufnahme geteilt, die fünf der Overall-Träger zeigte – inklusive ihrer Namen, berichtet der Polizeisprecher.

Gegen wie viele Personen überhaupt ermittelt wird, ist derzeit noch zu ermitteln. Am Spieltag selbst nahm die Polizei gerade mal zwei Kölner Fans fest, auf den Aufnahmen des Platzsturms sind allein etwa 25 Personen in weißen Overalls zu sehen. Theveßen bittet jedoch um Verständnis für die vergleichsweise geringe Zahl an Verhaftungen: „Es musste gleichzeitig erstmal der Einsatz als solcher bewältigt werden. Wenn man Personen festnimmt, kommt es häufig zu Solidaritätsaktionen, dass andere erst abfahren wollen, wenn die Personen, die wir in Gewahrsam genommen haben, wieder auf freiem Fuß sind.“

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Dass der Mönchengladbacher Ordnungsdienst die Kölner Fans nicht daran hindern konnte, massiv Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln, sei indes nicht etwa den laxen Kontrollen geschuldet. „Die Sicherheitskräfte haben Rucksäcke voller Pyro sichergestellt. Letztlich ausschließen kann man das nur, wenn man jeden Einzelnen bis auf die Unterhose auszieht und in die Körperöffnungen guckt“, sagt Theveßen. Gerade in der Diskussion um mögliche DFB-Strafen keine ganz uninteressante Expertise.

Ob das Verhalten zweier Gladbacher Ordner im Innenraum, die einen der Kölner Platzstürmer festhielten, während ein dritter Mann diesem mehrere Faustschläge verpasste, ebenfalls verfolgt wird, wollte Teveßen weder bestätigten noch dementieren. Auch in den nächsten Tagen wird eben noch viel Videomaterial gesichtet werden müssen.

Umso dankbarer werden die Polizisten über die tatkräftige, wenn auch vermutlich nicht ganz freiwillige, Unterstützung der Kölner Fans gewesen sein.