Anzeige

Hintergründe

„Die sportliche Bedeutung sollte ausschlaggebend sein.“

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 10. August 2014
Quelle: SPORT1

Seit dem 18. Oktober 1993 sind Montagsspiele der 2. Bundesliga im Free-TV bei SPORT1, bzw. dem Vorgänger DSF, zu sehen. St. Pauli spielte damals im allerersten Montagsspiel gegen den VfL Bochum. Fast ebenso lange gibt es Proteste von Fans, die ihre Mannschaft auch zu Auswärtsspielen begleiten wollen und deswegen Urlaubstage nehmen müssen oder schlicht und ergreifend aufgrund der langen Reisezeit nicht fahren können.

Fanzeit berichtete von den teils extrem weiten Entfernungen an den ersten sechs Spieltagen der 2. Bundesliga und sprach ebenfalls mit Jakob Falk, Sprecher von ProFans, der sich für fangerechte Anstoßzeiten einsetzt.

Stefan Thumm, Leiter Fußball auf SPORT1, erklärt gegenüber fanzeit im Kurzinterview wie viel Einfluss der Sender auf die Spieltagsansetzung hat und warum die so genannte 300km-Regel seiner Meinung fanunfreundlich ist.

 

Fanzeit: Wie sind die Quoten bei einem 2. Liga Spiel am Montag? Wie haben sich die Quoten über die Jahre hin entwickelt?

Stefan Thumm: Wir haben seit Jahren einen konstant sehr guten Schnitt von knapp einer Millionen Zuschauer und sind mit der Entwicklung unseres Montagabend-Livespiels sehr zufrieden. Das Montagsspiel ist eine feste Größe im wöchentlichen Fußballkalender.

 

Wie wird mit der Kritik der Fans umgegangen? Denken Sie, dass die Kritik dieses Jahr erneut stark sein wird (Transparente, Banner, Proteste)?

Anzeige

SPORT1 bietet den Fußballfans am Montagabend weiterhin die einzige regelmäßige Liveübertragung aus den höchsten deutschen Spielklassen im Free-TV an. Wir respektieren, dass einige Fans − insbesondere die Fans der Auswärtsmannschaft − wegen der oft weiten Anreise an einem Werktag ihren Unmut bekunden. Alle Daheimgebliebenen freuen sich wiederum, dass ihre Mannschaft live im Free-TV zu sehen ist.

imago04083599hQuelle: imago
Quelle: imago

Gegen Montagsspiele gibt es oft Protest von den Rängen

Wie viel Einfluss haben Sie auf die Spielwahl des Montagsspiels?

Die Terminierung der Montagspiele erfolgt durch die Deutsche Fußball Liga unter Berücksichtigung unterschiedlichster Faktoren: Spielansetzungen der Bundesliga, Sicherheitsaspekte etc. SPORT1 gibt im Sechs-Wochen-Vorlauf eine Auswahl der bevorzugten Spielpaarungen bei der Deutschen Fußball Liga ab, die von der DFL entsprechend geprüft werden. Bei unseren Wünschen spielen grundsätzlich mehrere Faktoren eine Rolle, neben der sportlichen Relevanz beispielsweise auch die Gegebenheiten und die Atmosphäre in den Stadien. Die Entscheidung trifft letztendlich immer die DFL.

 

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, Montagsspiele beispielsweise nur zwischen zwei Städte, die höchstens 300 Kilometer entfernt sind, auszutragen? Wären Sie damit einverstanden?

Ich halte dieses Modell für sehr fanunfreundlich, weil viele interessante Paarungen automatisch ausgeschlossen wären. Die sportliche Bedeutung der Partie sollte ausschlaggebend sein für ein Topspiel am Montag und nicht die geographische Nähe. Wenn zum Beispiel am drittletzten Spieltag der Tabellenführer Union Berlin beim Zweiten 1860 München antritt, dann sollte diese wichtige Partie auch im frei empfangbaren Fernsehen live zu sehen sein und nicht eine unrelevante Partie aus dem Mittelfeld der Tabelle.

 

jh