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International

Mexiko-Fans wiederholt mit homophobem Schlachtruf

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 30. Juni 2014
Quelle: imago

Schon im ersten WM-Spiel für Mexiko fielen die Fans mit homophoben Schlachtrufen gegen Kameruns Keeper auf und auch im gestrigen Achtelfinal-Spiel gegen die Niederlande kam es wieder zu diskriminierenden Äußerungen: Es geht um ein langgezogenes „Puto“, was bei jedem Abschlag des gegnerischen Keepers von den Fans gerufen wird. Die FIFA leitete bereits Ermittlungen ein, hat sie sich doch den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art auf die Fahnen geschrieben.

In Artikel 3 der FIFA-Statuten legt sie selbst fest, dass „jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund“ unter Androhung der Suspension und des Ausschlusses verboten ist. Trotzdem wurde das Verfahren gegen die mexikanischen Fans seitens der FIFA nach dem ersten Spiel eingestellt. Daraus folgte, dass die Fans auch bei den weiteren Spielen der Gruppenphase und auch beim gestrigen Spiel gegen die Niederlande immer wieder „Puto“ riefen – bei Abstößen sowie bei Ecken. Hier ein Beispiel aus dem zweiten Spiel: Mexiko gegen Brasilien.

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Auch gestern gegen die niederländische Nationalmannschaft wurde Arjen Robben des öfteren als „Puto“ beschimpft. Auch bei Abstößen des holländischen Torwarts, Jasper Cillessen, wurde der Ausdruck wiederholt gerufen. Puto bedeutet wörtlich übersetzt „Stricher“. Mexikos Nationaltrainer Miguel Herrera sieht die Sache nicht so eng und sagte: „Das war nicht so ernst gemeint, denke ich. Wir unterstützen unsere Fans und müssen daraus keine große Sache machen.“

Die Mexiko-Fans reagierten übrigens kreativ und wollten die FIFA wegen den Ermittlungen weiter reizen: Statt „Puto“ wollten sie „Pepsi“ rufen – sozusagen eine Schleichwerbung für den großen Konkurrenten eines der größten FIFA-Sponsoren, Coca-Cola. Da die FIFA das Verfahren jedoch eingestellt hatte, blieb man nun beim üblichen „Puto“.