Anzeige

National

Meister müssen aufsteigen – Fans kämpfen gegen Regionalliga-Relegation

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 01. Juli 2014
Quelle: imago

Seit 2012 ist der Aufstieg aus den Regionalligen in die 3. Liga ziemlich schwer geworden. Wenn eine Mannschaft am Ende ganz oben in der Tabelle steht und Meister wurde, heißt es nicht unbedingt, dass diese Mannschaft auch aufsteigt. Die Stimmen gegen diese Modell werden immer lauter.

Selbst der Geschäftsführer der DFL, Andreas Rettig, kritisiert die Relegation: „Dass ein Meister nicht direkt aufsteigt, verträgt sich nicht mit unserem sportlichen Selbstverständnis und ist eine Ungerechtigkeit.“ Auch in der abgelaufenen Saison stiegen wieder nur drei von fünf Meistern auf.

Vor allem die TSG Neustrelitz, die die reguläre Saison mit zwölf Punkten Vorsprung vor dem 1.FC Magdeburg beendet hatte, trifft die Relegation hart. Die Rückspielniederlage gegen die Zweitvertretung vom FSV Mainz 05 mit 1:3 bedeutet ein weiteres Jahr Viertklassigkeit. Eine klasse Saison wird mit einer Aufstiegs- und Meisterfeier am letzten Spieltag gekürt? Vielleicht dramatisch in der letzten Minute, oder doch schon ein paar Spieltage zuvor? Pustekuchen! Zumindest für die Vereine in den Regionalligen. Neben Neustrelitz sind auch die zweiten Mannschaften aus Wolfsburg und München in der Relegation gescheitert und verbleiben somit in der vierten Liga – obwohl beide am Ende auf dem ersten Tabellenplatz standen. Lediglich zwei von fünf Meistern plus dem eigentlich Zweitplatzierten der Regionalliga Südwest haben den Sprung in die nächsthöhere Liga in diesem Jahr geschafft: Fortuna Köln und Großaspach. Die Mainzer steigen auf, obwohl diese gerade einmal auf dem dritten Platz in der Abschlusstabelle standen – Freiburg II hatte keine Lizenzunterlagen für die 3.Liga eingereicht.

Anzeige

Gegen die Relegation in Liga 4“ ist eine Initiative, die von Frank Schulz ins Leben gerufen wurde. Schulz stellt sich genau gegen diese zusätzlichen Spiele am Ende der Saison und will diese abschaffen. Seine Forderung ist logisch und simpel: Meister müssen aufsteigen. Dazu vernetzt er die Initiative vor allem auch mit den Vereinen und Trainern. Viele äußerten sich gegenüber Schulz positiv und unterstützen die Kampagne. Schulz spricht für die Initiative: „Wir hoffen, dass noch mehr Vereine mitziehen. Die Lösung, dass der Meister einer Liga nicht aufsteigt, ist einfach unfair. (…) Es ist uns egal, wie lange das dauert. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Wir kämpfen bis zum Schluss. So lange, bis die Relegation abgeschafft ist.“

DFB signalisiert, dass er zum Umdenken bereit ist

Seit Einführung der Relegation hagelt es immer wieder Kritik (I, II, III) und auch die Unzufriedenheit bei den Fans wächst. Unabhängig von der Debatte rund um die Zweitvertretungen wächst die „Gegen die Relegation in Liga 4“-Facebookseite unentwegt und erhält immer mehr Likes. Dass eine überragende Saison belohnt werden und die beste Mannschaft der Liga auch aufsteigen muss, darüber sind sich alle Fans einig. Selbst die Trainer und Verantwortlichen sind der gleichen Meinung. Nachdem in zwei Jahren Relegation nun von zehn Meistern nur vier aufgestiegen sind, wird der Unmut und die Frustration bei den erfolgreichen Teams in den Regionalligen zunehmend größer und auch verständlicher.

Neben der DFL in Form von Andreas Rettig gab auch der DFB eine aktuelle Statusmeldung ab und wird zumindest eine Bilanz der Spielklassen-Strukturreform ziehen, das jedoch erst im nächsten Jahr. Gegenüber Rheinfussball.de erklärte der DFB, dass die Ligastrukturen dynamische Prozesse sind, bei denen auch Verbesserungsvorschläge aufgegriffen werden: „Die aktuellen Regelungen entsprechen den von klaren Mehrheiten mitgetragenen und gewünschten Bestimmungen. Natürlich gibt es dabei auch immer wieder Einzelmeinungen, die von diesen abweichen. Wie Sie an den Strukturreformen der vergangenen Jahre sehen können, ist die Ligastruktur und die Festlegung der dazugehörigen Bestimmungen durchaus ein dynamischer Prozess, bei dem Verbesserungsvorschläge aufgegriffen und umgesetzt wurden. Der DFB wird im kommenden Jahr eine Bilanz der Spielklassen-Strukturreform ziehen. Sicher wird dann auch der Relegationsmodus ein zentrales Thema sein.“

jh