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National

Mein erstes Mal

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. Mai 2014
Quelle: Dombrowski

27 Punkte und 75 Gegentore: Der HSV hat die schlechteste Saison seiner Bundesligageschichte gespielt. Zum Glück für alle Rautenanhänger reichte das immerhin noch für die Relegation gegen Greuther Fürth. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

 

Noch immer steht die Frage im Raum: Wie steigt ein Dino ab? Am Rande des entscheidenden Spiels bei Mainz 05 haben wir einige HSV-Fans gefragt, wie sie sich auf ihr „Erstes Mal“ vorbereiten. Neben einem möglichen Abstieg machen sich die Hamburger allerdings zusätzlich Sorgen um vereinspolitische Entwicklungen.

 

IngoQuelle: Dombrowski
Quelle: Dombrowski

Ingo aus Achim bei Bremen, 17 Jahre Mitglied, 24 Jahre Dauerkarte, Mitglied im Fanclub „Hermann´s treue Riege“

Um mit nach Mainz zu fahren, sagte Ingo sogar die Hochzeit seines Schwiegervaters ab. Dennoch betont er: “Ich wäre nicht wütend oder so etwas, sondern einfach nur traurig, wenn der HSV absteigen würde. Das wird wirtschaftlich in der 2. Bundesliga ganz schwer. Und vor allem sind das dann keine schönen Auswärtsspiele mehr.“ Sein Augenmerk liegt neben dem Sportlichen auch auf dem Mitgliederentscheid über die Vereinsstrukturreform am 25. Mai: „Es ist ganz wichtig, dass HSV+ kommt.“ Sorgen macht er sich darüber, dass die Fanschaft nicht mehr an einem Strang ziehe. „Einige Gründungsmitglieder distanzieren sich schon vom ‚Supporters Club‘. Der wurde damals von Fans für die Fans gegründet. Aber jetzt, da sie sich in die Vereinspolitik einmischen, machen sie vieles kaputt.“ Teile des Supporters Club sind gegen „HSV+“, die Ausgliederung des Profibereichs aus dem e.V.

 

StefanQuelle: Dombrowski
Quelle: Dombrowski

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Stefan, Sprecher der „HSV-Fans Ostbelgien“

Sein Fanklub kommt aus der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Im Kühlschrank des Busses hatten die angereisten Fans flaschenweise belgisches „Jupiler-Bier“ gelagert. Aber auch das half nur bedingt. “Es ist traurig mit anzusehen, was mit dem Verein momentan passiert“, findet Stefan. „Diese Entwicklung war ja über Wochen schon abzusehen. Wir wollen, dass diese Phase endet, aber es wäre verständlich, wenn es uns trifft.“

 

AlexanderQuelle: Dombrowski
Quelle: Dombrowski

Alexander aus Hamburg, HSV-Unterstützer

Es war tatsächlich seine erste Auswärtsfahrt mit dem HSV, schon um 4 Uhr morgens ging es in Hamburg los. Für Alexander ist klar: “Wenn der HSV absteigt, dann liegt das an der Führungsetage. Da sickert so viel Negatives durch den Verein. Und für meine Sportstadt Hamburg wäre es wirklich schade.“

 

PeterQuelle: Dombrowksi
Quelle: Dombrowksi

Peter aus Köln, seit 40 Jahren HSV-Sympathisant

“Ich freue mich, wenn sie drin bleiben. Das sind immer sehr schöne Fahrten nach Hamburg. Das würde bei einem Abstieg bestimmt vier Jahren dauern, bis es wieder hochgeht.“ Peter reiste eigens nach Mainz, um das Spiel vor Ort in der Kneipe zu schauen. Einen Tag später reiste er mit 8.000 weiteren Kölner Fans zum Spiel beim FSV Frankfurt.