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National

„Maßlos überzogen“: Polizei begleitet Hertha-Fans mit Wasserwerfern und Hubschrauber

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 20. Februar 2018
Quelle: imago

Rund 200 Fans von Hertha BSC fuhren am vergangenen Samstag nach Halle, um befreundete Fans des Karlsruher SC beim Halleschen FC zu unterstützen. Begleitet wurden die Berliner von einem massiven Polizeiaufgebot. 

Wie das Bündnis ProFans Hertha BSC öffentlich macht, wurden die Herthaner auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion von zwei Wasserwerfern und einem Polizeihubschrauber begleitet. Am Stadion selbst wartete dann sogar ein dritter Wasserwerfer.

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Schon am Berliner Hauptbahnhof seien die Hertha-Fans von sechs bekannten Zivilpolizisten sowie einigen Bereitschaftspolizisten in Empfang genommen und begleitet worden. „Das Auftreten letzterer war dabei geprägt von Überheblichkeit und Provokationen, auf welche die Fans in weiser Voraussicht nicht eingingen“, schildert ProFans.

Das Bündnis übt scharfe Kritik an dem „maßlos überzogenen Polizeieinsatz“, zumal es weder auf der Anreise, noch in den letzten Jahren zu irgendwelchen Problemen zwischen Hallensern und Herthanern gekommen sei, „die ein derartiges Aufgebot auch nur im Entferntesten rechtfertigen könnten.“ Die Taktik der pauschalen Kriminalisierung von Fußballfans sei „in einem Rechtsstaat mindestens fragwürdig“.

Vor dem Hintergrund des massiven Aufgebots sieht ProFans auch wiederholte Klagen der Polizeigewerkschaften über zu hohe Belastungen kritisch: „Immer wenn es passt (und auch meistens, wenn nicht) echauffieren sich die Vertreter der Polizeigewerkschaften über eine zu hohe Belastung ihrer Kräfte. Am 17.02.2018 wurde ein weiteres Beispiel dafür gegeben, dass dieses Problem hausgemacht ist und nichts mit einer angeblich zunehmenden Kriminalität zu tun hat.“

Das Bündins fordert nun eine umfassende Aufklärung des Einsatzes und eine Offenlegung der Kosten. „Darüber hinaus fordern wir ein radikales Umdenken bei den zuständigen Behörden. Fußballfans dürfen nicht ausschließlich als Sicherheitsrisiko wahrgenommen und so behandelt werden. Dadurch gewinnt am Ende keiner.“