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National

Marodierende Horde Hannoi

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. Dezember 2014
Quelle: imago

„Und plötzlich war sie da“ – genauso unvermittelt begrüßt einen die Homepage einer augenscheinlich neuen Hannoveraner Fangruppierung. Die „Marodierende Horde Hannoi“ zeigt nun schon seit einigen Wochen regelmäßig ihr Banner bei den Heim- und Auswärtsspielen der Regionalliga-Mannschaft der Hannoveraner. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Gruppe will sich auch bei den Spielen der Profis zeigen. Dabei hatten die Ultras sich aus Protest gegen die Vereinsführung in dieser Saison geschlossen vom Bundesliga-Geschehen zurückgezogen. Nun wollen offenbar andere in die Bresche springen – ohne den Ultras in den Rücken zu fallen.

Nun, die „Marodierende Horde“ ist nach ihrem Selbstverständnis keine Ultra-Gruppe, nicht einmal ein richtiger Fanclub. Ob und wenn ja, welche Strukturen sich herausbilden, das müsse man erst abwarten, heißt es auf ihrer Homepage. Doch es bewegt sich etwas. Offenbar mehren sich die Stimmen derer, die etwas gegen die schlechte Stimmung bei den 96-Spielen unternehmen wollen, die nach dem Boykott der Ultras schlichtweg unüberhörbar ist. In der Facebook-Gruppe mit dem programmatischen Namen „Pro Stimmung im Stadion“ hatten 96-Fans für das anstehende Auswärtsspiel in Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) sogar eine Choreographie geplant, die allerdings nach eigenen Angaben nicht genehmigt wurde, da sie verbotenes Material enthielt.

 

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Gleichwohl wollen die 96-Fans in Bremen wieder Support organisieren, der zumindest an das Vorbild der Ultras angelehnt ist – Megafon inklusive. Nach einem halbherzigen Gesprächsangebot des Vereins soll nun möglicherweise Ex-Profi Altin Lala zwischen Verein und Fans vermitteln, der Bundesligist möchte sich offenbar ein Stück auf die Anhänger zubewegen. Ob das aber reicht, um die Ultras wieder zurück ins Boot zu holen, ist äußerst fraglich. Die Fans, die nun versuchen an ihrer statt für Stimmung zu sorgen, solidarisieren sich jedenfalls mit den Belangen der Ultras Hannover. „Auch wenn es in den regionalen Medien oftmals so dargestellt wird, als wären nur die Ultras von Repressionen seitens des Vereins betroffen, so sind viele Entscheidungen des Vereins ein Schlag ins Gesicht aller aktiven Fans gewesen“, schreibt die „Marodierende Horde“ auf ihrer Seite. Und allein der Name der Gruppe zeigt, wie die tief die Gräben zwischen Fans und Verein sind. Er geht zurück auf ein Zitat des Sportdirektors Dirk Dufner, der sich im Rahmen der Diskussion um den Buszwang beim Derby in Braunschweig dazu hinreißen ließ, Teile der 96-Fans indirekt so zu betiteln.

 

UPDATE: Mittlerweile hat die „MHH“ auf unseren Beitrag reagiert.