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Mainzer Ultras wollen Spiel gegen China für Proteste nutzen

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 17. Juli 2017
Quelle: imago

Obwohl der FSV Mainz 05 zunächst seine Ablehnung gegenüber den China-Plänen des DFB in der Regionalliga Südwest signalisiert hatte, wird der Verein mit seiner zweiten Mannschaft zum Testspiel gegen die chinesische U20 antreten. Das sorgt für Kritik aus der eigenen Fanszene. 

„Im ersten Moment war das ,Nein‘ unseres Vereins ein starkes Symbol dafür, dass man bereit ist, mit breiter Brust den eigenen Weg zu gehen und eben genau das zu tun, was uns doch so stark gemacht und soweit gebracht hat: Nicht blind dem folgen, was andere vorgeben, sondern den Mut haben, sich seine eigenen Gedanken zu machen, notfalls den Schneid und das Selbstbewusstsein haben, auszuscheren und vor allem sein eigenes Profil wieder schärfen. Ja, wir waren verdammt stolz darauf, dass unsere Nullfünfer nicht jeden Unfug mitmachen!“, heißt es in einer ausführlichen Stellungnahme der Ultraszene Mainz.

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Daher sei es nun „umso bitterer, dass diese klare Haltung vollends im Nebel verschwand. Was jetzt steht, ist weder Fisch noch Fleisch.“ So sei auch die vom Verein angekündigte Spende der Antrittsprämie an den Mainzer Amateurfußball „keine Lösung und auch kein Kompromiss“, sondern lediglich ein Zeichen dafür, „dass Mainz 05 als Bundesligist das Geld nicht so nötig hat wie andere.“

Im Allgemeinen steht der China-Deal für die Mainzer Ultras für ein „grenzenloses Weiterdrehen der Vermarktungsmaschinerie“, das „der eigenen Basis, der Wertigkeit des hiesigen Amateurfußballs und den Vorstellungen der Fans vorangestellt“ werde.

Um dieser Kritik Ausdruck zu verleihen, kündigt die Gruppe bereits jetzt an, das Spiel gegen die chinesische U20 für Proteste zu nutzen. „Wir dürfen nicht länger wegschauen und Entscheidungen kommentarlos hinnehmen, sondern müssen hinterfragen und kritisieren!“, so die Mainzer Ultras. „Wenn der DFB sich weiter von seiner Basis entfernt, dann muss er den Unmut zu spüren bekommen, direkt und sichtbar!“