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Hintergründe

Lok-Leipzig-Kapitän wird zum Helden des RB-Protests

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 23. Oktober 2014

Bislang war Markus Krug lediglich Kapitän eines populären Oberligisten. Seit Dienstag hat er eine Facebook-Fanseite – und zwei Tage später schon weit über 3.000 Fans, beinahe minütlich werden es mehr. Beim 1:1 seines Vereins Lok Leipzig im kleinen Derby gegen die Zweitvertretung des erwachten Riesen RB Leipzig am vergangenen Sonntag setzten andere die sportlichen Schlaglichter. Krug überzeugte dafür bei allen Kritikern des Brauseklubs mit Kleidungswahl und klaren Statements.

Unterm Trikot trug der 26-Jährige schon während des Spiels ein T-Shirt mit der Aufschrift „Gegen RB“, das er nach Spielende öffentlichkeitswirksam den 4.927 Zuschauern präsentierte. Dass er zudem auch noch den gegnerischen RB-Spielern nach Spielende den Handschlag verweigerte, machte ihn über Nacht zu einem Helden der Protestbewegung gegen den aufstrebenden Zweitligisten.

 

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Auf seiner Seite verteidigt Krug seine Statements nachdrücklich: „Einen Verein wechselt man nicht einfach wie seine Unterwäsche – egal um welchen Verein oder welcher Fanszene es sich handelt! Einmal Lokist- immer Lokist! Leipzig ist blau-gelb!“ schreibt der Defensivspezialist. Gleichzeitig bedankt er sich für die Unterstützung, die ihn aus praktisch allen Winkeln der Republik erreicht. „Das zeigt, wie sehr Fußball-Deutschland in wichtigen Fanthemen zusammensteht.“

Dass Krug von RB-Fans gleichzeitig eher spärlich mit Fanpost bedacht wird, versteht sich von selbst. Aber auch hier zeigt der Innenverteidiger, der 2009 vom Halleschen FC nach Leipzig gewechselt ist, klare Kante: „Beiträge von RBlern – egal welchen Inhalts – werden kommentarlos gelöscht. Ich muss mich nicht rechtfertigen, jeder hat seine Meinung und ein Gespräch hilft da eh nicht.“ Allen Gegnern des Klubs gefällt das.