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National

Lockten VfB-Fans einen Streifenwagen in einen Hinterhalt?

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 08. März 2015
Quelle: Jeronimo Ort

Am Rande der Bundesligapartie zwischen dem VfB Stuttgart und Hertha BSC (0:0) ist es am Freitagabend zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen. Laut Polizeiangaben wurde dabei zwölf Beamte verletzt.

Fans des VfB Stuttgart sollen bei Randalen vor und nach dem Heimspiel gegen Hertha BSC (0:0) zwölf Polizisten verletzt haben. Laut Polizeiinformationen soll unter anderem ein Streifenwagen der Polizei von rund 80 Stuttgartern in einen Hinterhalt in der Eisenbahnstraße gelockt worden sein. Anschließend sollen die zwei im Wagen befindlichen Beamten mit Steinen und Metallstangen attackiert worden sein . Einer der Beamten habe daraufhin drei Schüsse in die Luft abgegeben haben, um andere Kollegen auf die Gefahrenlage aufmerksam zu machen. Die Angreifer seien daraufhin geflüchtet. Zuvor erlitten die Beamten jedoch Verletzungen am Kopf, die aus der Auseinandersetzungen mit den Stuttgartern resultierten. Einer der Polizisten musste im Krankenhaus genäht werden.

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Bereits vor Beginn des Spiels habe die Polizei rund 150 Gästefans vor etwa 150 gewaltbereiten Stuttgartern schützen müssen, heißt es in der Polizeimitteilung. Dabei sollen Beamte von fliegenden Flaschen und Böllern verletzt worden sein. Darüber hinaus hätten drei Polizisten ein Knalltrauma erlitten. Auch ein Polizeipferd sei durch einen geworfenen Mülleimer verletzt worden. Um die Situation unter Kontrolle zu bekommen setzten die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Im Folgenden die Pressemitteilung der Polizei Stuttgart im Wortlaut:

POL-S: Gewalt und Aggressionen am Rande des Bundesligaspiels in Stuttgart – mehrere Polizisten verletzt
Stuttgart – Bad Cannstatt (ots) – Bereits im Vorfeld der Bundesligabegegnung des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC Berlin war nicht auszuschließen, dass Stuttgarter Gewaltbereite Auseinandersetzungen mit den Berliner Problemfans, die ihrerseits üblicherweise von Karlsruher Anhängern unterstützt werden, suchten. Am Freitagabend (06.03.2015) gegen 18.00 Uhr führten etwa 200 als problematisch einzustufende Stuttgarter ihren Fanaufzug vom Cannstatter Bahnhof zum Stadion durch, etwa 50 von ihnen blieben jedoch an der Bahnhofsrückseite zurück. Gegen 19.00 Uhr erreichten ca. 150 Gästefans den Bahnhof in Bad Cannstatt und wollten zu Fuß in Richtung Stadion gehen. Da sich zwischenzeitlich im Bereich der Tankstelle in der Mercedesstraße etwa 150 gewaltbereite, teils vermummte Stuttgarter versammelt hatten, entschied sich die Polizei, die Berliner zum Zweck der Deeskalation wieder zurück in die S-Bahn zu lenken. Sie fuhren also bis zur Haltestelle Neckarpark und es gelang, die Gruppierungen auseinanderzuhalten. Die Herthaner wurden auf ihrem Rückweg von Einsatzkräften der Polizei gegenüber dem Stuttgarter Block, der am Bahnhof verblieben war, abgeschirmt. Die Aggression dieser Personen entlud sich dann gegen die Polizei selbst, indem Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte durch Flaschen- und Böllerwürfe angegriffen wurden. Drei Polizeibeamte erlitten ein Knalltrauma und sogar eines der als sehr robust geltenden Polizeipferde wurde durch den Bewurf mit einem Mülleimer verletzt und musste aus dem Einsatz genommen werden. Im Zuge dieser gewalttätigen Ausschreitungen sind auch mindestens 12 parkende Fahrzeuge im Veielbrunnenweg beschädigt worden, Spiegel und Scheiben sind ab- bzw. eingeschlagen worden. Der Sachschaden dürfte in Höhe von zirka 7.000 Euro liegen. Zur Lagebewältigung setzten die Polizeibeamten vereinzelt den Schlagstock bzw. Reizstoffspray ein. Während der Zeit des Bundesligaspiels selbst kam es aus polizeilicher Sicht zu keinen besonderen Vorkommnissen. Nach Spielende wurden die Gästefans zurück zum Haltepunkt Neckarpark begleitet, von wo aus sie ihre Rückreise starteten. Währenddessen sammelten sich die aggressionsgeladenen Stuttgarter am Cannstatter Bahnhof, weshalb die Polizei die Zugänge zum Bahnhofsgelände vorsichtshalber sperren musste, um ein weiteres Aufeinandertreffen zu verhindern. Gegen 23.15 Uhr geriet ein Streifenfahrzeug der Hundeführerstaffel in der Eisenbahnstraße in einen Hinterhalt, als eine ca. 80-köpfige Gruppe der gewalttätigen Stuttgart-Anhänger plötzlich umkehrte und die beiden Beamten mit Steinen und Metallstangen angriff. Einer der beiden Streifenbeamten konnte nur noch mit Schüssen in die Luft auf die gefährliche Sitaution aufmerksam machen und so die am Bahnhof eingesetzten Einsatzkräfte der Bundespolizei zu Hilfe rufen. Die Angreifer flüchteten daraufhin sofort in verschiedene Richtungen. Die beiden Beamten der Hundeführerstaffel wurden durch Steinwürfe am Kopf verletzt, bei einem musste eine Wunde in einem Krankenhaus genäht werden. Ihren Dienst konnten die Beiden nicht mehr fortsetzen. Am Funkstreifenwagen entstand durch den Angriff ein Sachschaden in Höhe von zirka 5.000 Euro. Insgesamt wurden bei dem Fußballeinsatz nach vorläufigem Stand zwölf Beamte der Landes- bzw. Bundespolizei verletzt. Die Ermittlungen zu Landfriedensbruch zu den Vorfällen im Veielbrunnenweg und in der Eisenbahnstraße sind im Gange. Die Polizei hatte bei dem Fußballeinsatz rund 500 Beamte sowie eine Reiterstaffel mit 10 Einsatzpferden eingesetzt.