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National

Leipziger Stadtderby bleibt friedlich

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 14. November 2016
Quelle: imago

Mit Hochspannung wurde das Derby im Viertelfinale des Sachsenpokals zwischen den beiden Leipziger Vereinen BSG Chemie und 1. FC Lokomotive Leipzig am Sonntag erwartet. Entgegen so mancher Befürchtung blieb es jedoch weitgehend friedlich.

So zeigte sich auch die Polizei zufrieden mit dem Verlauf des Tages, da eine direkte Konfrontation der beiden verfeindeten Lager durch strikte Fantrennunnung verhindert werden konnte. Zudem hatte die Polizei rund 150 Betretungsverbote für den Bereich des Alfred-Kunze-Sportparks gegen Lok-Anhänger ausgesprochen.

Aus diesem Grund hatte sich die „Fanszene Lokomotive Leipzig“ schweren Herzens dazu entschlossen, das Derby nicht zu besuchen. Stattdessen blieb die Gruppe im Bruno-Plache Stadion und verfolgte die Partie beim Public Viewing:

Bereits am Freitag hatte bis zu 400 Lok-Fans das Abschlusstraining der Mannschaft besucht und dem Team dort mit jeder Menge Pyrotechnik für das Derby eingeheizt:

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Auf der Heimseite starteten die Anhänger der BSG Chemie mit einer Wende-Choreografie in die Partie. Mehrere Stoffbahnen ergaben zunächst den Vereinsnamen, bevor durch Drehen der Bahnen der Schriftzug „Gruppo Anti Lok“ entstand.

Zudem gab es vonseiten der Chemiker zahlreiche Sticheleien per Spruchband in Richtung der Gäste aus Probstheida. So präsentierten die BSG-Anhänger ein Banner mit der Aufschrift „Fanszene“, bei dem der erste Buchstabe durch das Facebook-„f“ ersetzt wurde, und gratulierten dem Gegner per Spruchband zu „6500 Likes“ und „250 beim Abschlusstraining“ – eine Anspielung auf das Vorgeplänkel in den sozialen Medien im Vorfeld der Partie.

Im weiteren Verlauf des Spiels präsentierten die Chemie-Fans zudem zahlreiche Schals und weitere Fanmaterialien des Rivalen. Aber auch am Gästeblock war der ein oder andere Schal in Grün-Weiß zu erblicken.

Fußball gespielt wurde allerdings auch noch und das sogar über 120 Minuten, weil beiden Mannschaften in der regulären Spielzeit kein Treffer gelingen wollte. Wenige Minuten vor Ende der Verlängerung traf Lok Leipzig dann aber doch noch zum Derbysieg, der anschließend vor dem Gästeblock ausgiebig gefeiert wurde. Doch auch die Spieler der klassentieferen BSG Chemie holten sich für eine starke kämpferische Leistung den verdienten Applaus von den Heimfans ab.

„Beide Vereine haben gezeigt, dass stimmungsvolle und emotionale, aber auch friedliche Derbys in Leipzig möglich sind – und all jene Lügen gestraft, die in den Tagen und Wochen zuvor die Jahrhundertrandale heraufbeschwören wollten“, heißt es in der abschließenden Betrachtung der Partie von Chemie Leipzig.