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National

Lebensretter als Mordwerkzeug?

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 12. Mai 2015
Quelle: imago

Die Staatsanwaltschaft Nürnerg-Fürth hat am Dienstag Anklage gegen einen 23-jährigen Nürnberg-Fan wegen versuchten Mordes erhoben. Der junge Mann soll einen Feuerlöscher aus einem fahrenden Zug auf eine entgegenkommende U-Bahn geworfen haben.

In der vergangenen Saison stieg der 1. FC Nürnberg in die 2. Bundesliga ab und spielte gleich im August gegen den Rivalen Greuther Fürth. Wie Nordbayern berichtet, reiste der 23-Jährige mit einem Sonderzug der VAG Nürnberg gegen 17 Uhr zum Stadion. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll er sofort nach Fahrtbeginn gemeinsam mit anderen Fans vier Fensterscheiben des Waggons zertrümmert haben. Zusätzlich soll der junge Mann die Verglasung eines Türflügels zerstoßen und aus dem Fenster heraus einen Feuerlöscher entleert haben. Als er erkannte, dass sich ein Zug aus der anderen Richtung nähert, warf er offenbar den Feuerlöscher gezielt auf die Frontscheibe der U-Bahn.

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Das Wurfgeschoss konnte die Scheibe zwar nicht durchschlagen, jedoch lösten sich durch den Aufprall im Inneren der Fahrerkabine Glasscherben, welche der Zugführerin Schnittwunden im Gesicht und an den Armen zufügten.

Die Staatsanwaltschaft vertritt nach den Ergebnissen die Meinung, dass der 23-Jährige nicht wissen konnte, ob die Frontscheibe den Aufprall des Feuerlöschers aushält oder zerbricht. Dies hätte der Zugführerin mit hoher Wahrscheinlichkeit tödliche Verletzungen zugefügt. Daher wurde Anklage wegen versuchten Mordes gegen den jungen Mann erhoben. Hinzu kommen Vorwürfe wegen gefährlicher Körperverletzung, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Beeinträchtigung von Nothilfemitteln und gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr.

Der Beschuldigte wurde laut Nordbayern bereits wenige Tage nach der Tat festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.