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National

Kritik an Kölner Stadion als „gefährlichem Ort“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 10. Juli 2014
Quelle: Kölner Sportstätten

Ganze 11 Gebiete hat die Polizei Köln zu sogenannten „gefährlichen Orten“ ernannt. Medienberichten zufolge soll an manchen Spieltagen auch das Müngersdorfer Stadion samt Umgebung dazuzählen. Die Fanhilfe des 1. FC Köln, der Kölsche Klüngel kritisiert dieses Vorgehen.

Stuft die Polizei ein Gebiet als „gefährlichen Ort“ ein, ist es für sie erheblich leichter, dort Ausweiskontrollen und Durchsuchungen durchzuführen. Der Kölsche Klüngel sieht dafür allerdings wenig Anlass, wie er auf seiner Webseite mitteilt: „Wir sehen keine berechtigte Grundlage, dass Fans während des Stadionbesuchs unter Generalverdacht gestellt werden. Der Stadionbesuch ist sicher und eine erhöhte Kriminalität, im Vergleich zu anderen Großveranstaltung, ist nicht gegeben.“

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Darüber hinaus kritisiert die Fanhilfe das Vorgehen der Polizei bei der Einordnung bestimmter Zonen als „gefährlich“: Dieser Prozess sei nämlich keineswegs demokratisch, sondern die Polizei habe die Berechtigung ganz allein zu entscheiden, ohne jegliche Kontrolle der Judikative oder Legislative.

„Die Ordnungshüter sind somit berechtigt sich für ein Stadtgebiet eigenmächtig Sonderbefugnisse zu erteilen.“ Somit werde die Gewaltenteilung außer Kraft gesetzt, was erheblich gegen rechtsstaatliche und demokratische Grundsätze verstoße.

Der Kölsche Klüngel fordert die Polizei auf, „den Gefahrenstatus des Stadionumfelds aufzuheben und ein Heimspiel unseres Vereins nicht als Gefahr zu stigmatisieren.“ Es sei höchste Zeit, dass „der Gesetzgeber eingreift und demokratische Kontrollinstanzen innerhalb des Prozesses zur Festlegung solcher Gefahrenzonen installiert.“