Anzeige

National

Kritik an Kölner Preispolitik

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 20. August 2014
Quelle: imago

Auf der Website der Kampagne „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ hat sich ein Köln-Fan Gedanken zur Gestaltung der Preispolitik im Kölner Stadion gemacht. Gegen den Hamburger SV wird nämlich ein Topzuschlag erhoben.

Der Anhänger des FC geht darauf ein, dass der Vorstand seit Aufstieg durch „Vernunft und Bodenständigkeit“ aufgefallen ist, beispielsweise wurde als Saisonziel lediglich der 15. Platz angegeben. Auch die Dauer- und Tageskarten-Preise sollten gleich bleiben.

Jedoch gibt es einen Haken an der Sache. Wenn man kein Dauerkartenbesitzer ist, weiß man nicht im Vorfeld, wie teuer die verschiedenen Karten in den Blöcken sind, sondern die Preise werden für die einzelnen Spiele nach und nach veröffentlicht. Als der FC-Fan die ersten fünf Spiele (gegen HSV, Gladbach, FC Bayern, BVB, Freiburg) verglich, fiel ihm dabei auf, dass die Tickets für das Freiburg-Spiel billiger sind. Beim Spiel gegen den HSV in der Saison 2011/12 waren die Karten in manchen Kategorien günstiger, als in diesem Jahr.

Somit steht fest: Der FC Köln hat das Spiel gegen den HSV als Topspiel eingestuft. Der Verfasser sieht bei „zwei potentiellen Abstiegskandidaten“ allerdings keinen Grund, was einen Preiszuschlag auch nur ansatzweise rechtfertigen würde, und resümiert deswegen: „Fußball muss für alle bezahlbar sein und bleiben.“

 

Nachfolgend die Mitteilung im Wortlaut:

Anzeige

Der 1. FC Köln gab frühzeitig bekannt, dass weder die Preise für Dauerkarten noch für Tageskarten im Vergleich zur letzten Spielzeit in der Bundesliga erhöht werden. Vernunft und Bodenständigkeit waren also endlich ins Geißbockheim eingezogen. Leider blieb die Freude über diesen Fakt nicht lange bestehen.

In ein paar Tagen ist es endlich wieder soweit. Die Bundesliga kommt zurück nach Müngersdorf. Nach dem Aufstieg an Ostern schien die Vorfreude auf diesen Moment mit jedem Tag größer zu werden. Im Kölner Umfeld potenziert sich eine solche Vorfreude immer schnell und die Euphorie war während der gesamten Vorbereitung spürbar. Besonders im Rahmen des Trainingslagers, im noblen Kitzbühel, wurde die Begeisterung rund um den 1. FC Köln deutlich. Erfrischend anders präsentierten sich zudem unsere Verantwortlichen, die mit einer gesunden Portion Objektivität (Saisonziel: Platz 15) und der nötigen Akribie die kommenden Herausforderungen angehen wollen. Die Abkehr vom Größenwahn spiegelte sich auch darin wieder, dass die Vereinsführung frühzeitig bekannt gab, weder die Preise für Dauerkarten noch für Tageskarten im Vergleich zur letzten Spielzeit in der Bundesliga zu erhöhen. Vernunft und Bodenständigkeit waren also endlich ins Geißbockheim eingezogen. Leider blieb die Freude über diesen Fakt nicht lange bestehen.

Sofern man keine Dauerkarte besitzt und sich über die Preise für die jeweiligen Spiele informieren will, schaut man in die Röhre. Die Preise werden nicht vor der Saison gesammelt veröffentlicht, sondern lediglich für die einzelnen anstehenden Partien. Im Vergleich: Vor dieser Saison wurden die Preise für die ersten fünf Spiele zeitgleich veröffentlicht. Auffällig ist, dass die Karten für die Spiele gegen den HSV, Mönchengladbach, die Bayern und den BVB in jeder Kategorie denselben Preis haben. Gedanken habe ich mir aber erst gemacht, als ich die Kartenpreise für das Spiel gegen den SC Freiburg gesehen habe. Diese wichen nämlich deutlich nach unten ab.

An diesem Punkt habe ich die alten Preislisten aus der Saison 2011/12 herausgesucht und festgestellt, dass Eintrittskarten für ein Spiel gegen Hamburg diese Saison in einigen Kategorien mehr kosten. Wir reden von dem HSV, der in der letzten Saison mit 27 Punkten aus 34 Spielen, elf erreichten Punkten in der Rückrunde und ohne einen Sieg in den Relegationsspielen die Klasse gehalten hat. Ein Spiel zwischen zwei potentiellen Abstiegskandidaten wird von den Verantwortlichen des 1. FC Köln scheinbar als Spitzenspiel eingestuft.

Nach zwei Jahren in denen die Fans immer wieder als Faustpfand sowie als wichtiger Rückhalt tituliert worden sind und nicht zuletzt auf unterschiedliche Weise zur finanziellen Konsolidierung beigetragen haben, kommt jetzt stattdessen die Preiserhöhung durch die Hintertür? Fast noch mehr als diese Tatsache hat mich die Art und Weise der Kommunikation getroffen. Die Preise für Karten in den verschiedenen Blöcken im Stadion unterscheiden sich je nach Gegner beziehungsweise Spielpaarung. Mit Art und Weise der Kommunikation wird der Eindruck erweckt eben diese Praxis zu verschleiern. Wenn ich an die Hamburger Fans denke, die für so ein Spiel tiefer in die Tasche greifen müssen, wird diese ganze Preispolitik noch unverständlicher.

In dieser Hinsicht bleibt vor dem Start in die neue Saison also ein fader Beigeschmack. Das ist besonders schade, da der Verein sich sonst in vielerlei Hinsicht positiv präsentiert hat. Ein wachsames Auge auf die Eintrittskartenpreise für die Heimspiele sollten wir aber alle haben. Fußball muss für alle bezahlbar sein und bleiben.

Kein Zwanni Köln

 jh