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National

Kohorte kritisiert Durchsuchungen bei PGDU-Mitgliedern

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 09. Februar 2015
Quelle: imago

Die MSV-Duisburg-Ultras der „Kohorte“ haben sich beim Heimspiel gegen Chemnitz am vergangenen Samstag den Polizeieinsatz gegen Mitglieder der Proud Generation Duisburg kritisiert. Dabei sind beide Gruppen in dem seit Monaten schwelenden Konflikt in der Duisburger Fanszene immer wieder aneinandergeraten. Die Kohorte beklagte sogar körperliche Angriffe durch Mitglieder der „Proud Generation“.

Ungeachtet dessen nahm die „Kohorte“ die Wohnungsdurchsuchungen bei PGDU-Mitgliedern in der vergangenen Woche (Fanzeit berichtete) jedoch zum Anlass, um das Vorgehen von Polizei und Verein zu kritisieren. „Sicherlich handelt es sich bei den meisten betroffenen Personen nicht gerade um Menschen, zu denen unsere Gruppe in der Vergangenheit ein gutes Verhältnis gepflegt hat, dennoch war es uns wichtig unsere Meinung […] in dieser Sache kundzutun“, erklärt die Kohorte auf ihrer Website.

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Auf einem Spruchband war zu lesen: „Gegen Hausdurchsuchungswahn und Strafumlage“. Ein zweites Transparent adressierte die „Kohorte“ an MSV-Pressesprecher Martin Haltermann, den sie zu einem „populistischen Schnellschuss“ beglückwünscht.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei bestätigt, dass sie im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Einsatz von Pyrotechnik beim Auswärtsspiel in Münster die Wohnungen von 20 Personen durchsucht und dabei unter anderem Pyrotechnik beschlagnahmt hatte. Zehn Mitglieder der PGDU wurden im Zuge dieser Maßnahme mit einem Stadionverbot belegt. Haltermann hatte gegenüber der WAZ den Beamten zu einem Ermittlungserfolg gratuliert.

Dabei kritisiert die „Kohorte“ vor allem die Vorverurteilung der Verdächtigen. Auch ohne Einblick in den Sachverhalt oder den Stand der Ermittlungen sei es zu kritisieren, dass die Stadionverbote noch vor einem möglichen Urteil durch ein ordentliches Gericht verhängt worden seien. Das Prinzip der Unschuldsvermutung sei an dieser Stelle nicht wirksam. „Generell scheint gerade die Polizei in Duisburg das Mittel der Hausdurchsuchung inflationär und in völlig unangemessener Form anzuwenden. Deswegen wollen wir mit unserem Spruchband dazu aufrufen Hausdurchsuchungen oder andere Instrumente polizeilicher Arbeit kritisch bezüglich ihrer Angemessenheit und Rechtmäßigkeit zu hinterfragen.“

An Haltermanns Adresse kommentiert die Ultra-Gruppe: „Die Unschuldsvermutung vollkommen außer Acht lassend wird, von dieser Stelle aus, der Polizei Duisburg öffentlich zu einem völlig überzogenen Einsatz gratuliert. Somit wurde das Vorgehen der Behörden gegen eine ganze Gruppe von Fans, anstatt gegen einzelne Täter, unterstützt und gutgeheißen. Frei nach dem Motto: Bestrafen wir einfach mal alle, wird schon die Richtigen treffen.“