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National

Klassenkampf in Leipzig

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 24. August 2015
Quelle: imago

Am Sonntag empfing RB Leipzig den FC St. Pauli. Für viele Fußballfans wohl gefühlt ein Duell zwischen Gut und Böse: Auf der einen Seite der symphatische Kiez-Klub, auf der anderen Seite das von einem Brause-Imperium gegründete Marketing-Konstrukt. Manch einer hatte das Duell im Vorfeld gar zum Klassenkampf ausgerufen.

Am Ende siegte dann doch das Gute. Mit 1:0 gewann der FC St. Pauli beim Auftiegsaspiranten aus Leipzig. Das freute nicht nur die mitgereisten Fans aus Hamburg, sondern auch zahlreiche weitere Fußballfans in Deutschland. Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude:

Über 40.000 Fans waren in die Leipziger Arena gekommen, das Stadion war damit offiziell ausverkauft. Als der Heimverein dies auf seiner Anzeigetafel bekannt gab, fehlte dort allerdings ein „V“, was ebenfalls Anlass für Spott bot:

Die Leipziger Anhänger hatten im Vorfeld dazu aufgerufen, „FaRBe“ zu bekennen uns das Spiel in Weiß und Rot zu besuchen. Vor dem Anpfiff zeigten die RB-Fans eine Choreographie mit der Star-Wars-Figur Yoda und dem Spruchband „Den Rasenballsport du fühlen musst“.

Die Gästefans sorgten für Aufsehen, als sie während der Schweigeminute für den verstorbenen Ex-DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder „Siamo tutti antifascisti“ sangen. Dies dürfte unter anderem auf teils rassistische und nationalistische Aussagen des ehemaligen Präsidenten zurückzuführen sein. Darüber hinaus zeigten beide Fankurven Transparente, die die rechtsextremen Ausschreitungen in Heidenau verurteilten: