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National

Kinds Übernahme-Chancen stehen offenbar schlecht

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 16. Januar 2018
Quelle: imago

In den nächsten Tagen will die die DFL entscheiden, ob Martin Kind bei Hannover 96 die Stimmenmehrheit übernehmen und somit die 50+1-Regel umgehen darf. Die Chancen des Unternehmers stehen jedoch offenbar alles andere als gut. 

Einen Ausnahmeantrag von der 50+1-Regel darf laut DFL-Statuten derjenige stellen, der den Fußballsport des Muttervereins über 20 Jahre „ununterbrochen und erheblich“ gefördert hat. Wie BILD berichtet, hat die DFL bei Martin Kind in dieser Hinsicht offenbar erhebliche Zweifel.

Die Formulierung „erheblich“ orientiert sich dabei an jener Summe, die der Verein jährlich von seinem Hauptsponsor erhält. Förderungen in derartiger Höhe an Hannover 96 seien bei Martin Kind jedoch nicht bekannt. Wie die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896 in einer veröffentlichten Schutzschrift bekanntgibt, soll Kinds Fördersumme nicht einmal zehn Prozent der Förderleistung von Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim betragen.

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Hopp hatte im Juli 2015 erfolgreich einen Ausnahmeantrag von der 50+1-Regel gestellt. Hätte Kind nun trotz seiner offenbar weitaus geringen Förderung Erfolg mit seinem Antrag, käme dies der „faktischen Abschaffung der 50+1-Regel“ gleich, argumentiert Pro Verein 1896.

Und auch beim Punkt der „ununterbrochenen Förderung“ gibt es offenbar Zweifel. Schließlich trat Martin Kind am zum 31. August 2005 als Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer der Management GmbH zurück. Erst ein Jahr später kehrte Kind auf die Posten zurück, „aber erneut nicht zum Zwecke einer Förderung des Vereins oder der KGaA“, wie Pro Verein festhält. Auch dieses Kriterium scheint Martin Kind also nicht erfüllen zu können.

Die Interessengemeinschaft weist zudem darauf hin, dass Martin Kind zwar 1997 den Vereinsvorsitz übernommen habe, diese Berufung in ein Ehrenamt jedoch keinesfalls mit dem Beginn einer Förderung gleichzusetzen sei. „Wann tatsächlich eine erste Fördermaßnahme in Höhe der Zahlungen des Hauptsponsors erfolgte und erbracht worden ist, ist nicht bekannt und auch nicht ersichtlich“, so Pro Verein.

Auch Martin Kind selbst sieht seine Chancen auf eine Übernahme offenbar mehr und mehr schwinden. In einem kicker-Interview kündigte Kind bereits an, dass er im Fall eines Scheiterns seines Antrags juristisch gegen die DFL vorgehen werde.