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„Kickers und RB Leipzig ist wie Spätzle mit Ketchup!“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 01. Juni 2015
Quelle: imago

Einen Vorbereitungsplan festzuzurren, ist für RB Leipzig erfahrungsgemäß kaum weniger aufwendig als die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Zweitliga-Kaders. Gegen ein geplantes Testspiel mit den Stuttgarter Kickers regt sich nun bereits Widerstand.

Verschiedene Fanclubs der Schwaben verlautbaren in einer gemeinsamen Stellungnahme ihren Unmut gegen den geplanten Kick. Dabei führen die Gruppen vor allem ins Feld, dass der Verein mit einem Spiel gegen RB Leipzig gegen von ihm selbst verabschiedete Leitsätze verstoßen würde. Der Verein sei gefordert, die eigenen Statuten mit Leben zu füllen. Was das nach Wunsch der Fans bedeuten soll, hat der Nachbar bereits vorgemacht. Im letzten Sommer sagte der VfB Stuttgart nach Fanprotesten ein geplantes Testspiel gegen RB Leipzig ab.

Nachfolgend die Stellungnahme der Kickers-Fans im Wortlaut:

Lieber Vorstand,
liebe Kickersfans,

vor ein paar Spieltagen veröffentlichte der Verein seine neuen Leitsätze, um nun, ein paar Wochen später, massiv gegen die eigenen Leitsätze (#4, 7, 8, 10 und 11) zu verstoßen.
Bei den beiden Spielen in der letzten Saison gegen RB Leipzig sollte eigentlich jedem im Verein klar geworden sein, dass wir Kickersfans dieses Konstrukt ablehnen. Deshalb enttäuscht uns das angesetzte Testspiel sehr.

# 4 Kein Spiel ohne Nähe.
RB ist eine geschlossene Veranstaltung. Es ist keine konstruktive Mitarbeit der Fans in ihrem Verein möglich. Ein echter Fan ist automatisch Mitglied, was bei uns die Normalität darstellt, ist in Leipzig ausgeschlossen. Mitsprache ist unerwünscht, der Fan soll Kunde sein und sich aus der Vereinsarbeit raushalten. Die wenigen Mitglieder (eine Mitgliederverammlung bei RB Leipzig ist bei voller Anwesenheit in der Toilette beim Paule möglich) sind alle aus dem engen Firmen- und Sponsorenumfeld von Red Bull. Fans und aktive Mitglieder sind quasi ausgeschlossen, ein hoher Mitgiedsbeitrag und weitere Einstieghürden verhindern dies.

# 7 Keine Partner ohne Vertrauen.
Nachdem der Verein weiß, wie die Fanszene zu diesem Gegner steht, stellt das angesetzte Testspiel einen Vertrauensbruch uns gegenüber dar. Es ist schon sehr naiv zu denken, dass wir unsere Grundsätze spontan über den Haufen werfen. Im Gegensatz zum Verein stehen wir zu unseren Werten.
RB Leipzig selbst kennt das Wort Vertrauen selbst wohl kaum. Immer wieder polterte Ralf Rangnick nach Aktionen gegen RB Leipzig öffentlich gegen die aktiven Fans der gegnerischen Mannschaft. Nach ein paar Tagen (nachdem Polizei und Presse andere Fakten haben) interessiert die Wahrheit dann nur noch die wenigsten, das Pressegewitter ist abgezogen. Das beste Beispiel ist der angebliche Hotelsturm von KSC-Fans im Hotel der RB-Mannschaft. Gefährlich war es, aggressiv sowieso und nur weil die Mannschaft nicht in der Nähe war, konnte Schlimmeres verhindert werden. Soweit der Ralf. Im Endeffekt stellte sich dann heraus, dass ein paar KSC-Fans mit Gesprächsbedarf in der Lobby standen. Es gab keine einzige Straftat gegenüber RB.

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# 8 Kein Leben ohne Tradition.
Die Kickers sind württembergischer Rekordmeister, Deutscher Vizemeister und Vizepokalsieger. Auch in der heutigen Zeit sollte der Verein seine Wurzeln nicht vergessen. Die Kickers wurden von ehemaligen VfB-Mitliedern (damals CFC, bzw. Cannstatter Tennis-Club) gegründet, da in Cannstatt zur damaligen Zeit kein Fußball erlaubt war. Sinn der Vereinsgründung war der Fußball an sich. So sollte der Fußball auch in der heutigen Zeit nicht als Werbemaßnahme missbraucht werden.

# 10 Kein Erfolg ohne Verantwortung.
Fußball ist Volkssport und somit trägt der Fußball eine besondere Verantwortung. Dass der Verein grundsätzlich auch auf Sponsoreninteressen Rücksicht nehmen muss ist klar, er sollte diesen aber nicht alles unterordnen. Dass ohne die Partnerschaft mit Porsche dieses Testspiel nicht auf der Agenda stehen würde, ist ein offenes Geheimnis. Nun gibt es aber in der Region mit den Steelers oder den Riesen Ludwigsburg deutlich sympathischere Vereine mit Porsche-Sponsoring. Eine Aktion mit einem dieser Vereine würde niemand ablehnen.
Auch sollte sich Porsche überlegen, ob RB der richtige Partner ist. Liest man sich auf der Homepage des Autobauers dessen Werte durch, lässt einen das sehr zweifeln. Grundsätzlich hätte es am Standort Leipzig 2 andere Vereine gegeben, die sich über eine Unterstützung ihrer Jugendarbeit gefreut hätten. RB Leipzig betreibt eine sehr aggressive Jugendarbeit. So werden Camps in fremden Städten (wie in Halle) geplant, um den ansässigen Vereinen ihre Talente von Anfang an zu nehmen. Nicht einmal vor dem Schulhof machte RB halt. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist traurige Realität und sollte in krassen Widerspruch zur Firma Porsche stehen.

# 11 Keine Kickers ohne Fans – ohne euch kein wir!
Wie schon oben aufgeführt weiß der Verein, wie wir über RB Leipzig denken. So sollte der Verein in solchen Fragen Rücksicht auf seine Fans nehmen und diese miteinbeziehen. Ein „wir“ ist kein Alleingang.

Es liegt nun am Verein, seine eigenen Leitsätze mit Wahrheit und eigenen Taten zu füllen. Ein Verein, der seine eigenen Leistsätze missachtet, befindet sich auf einem gefährlichen Weg.

Kickers und RB Leipzig ist wie Spätzle mit Ketchup!

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