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Hintergründe

KGaA statt e.V. – Wie Fans ihr Mitspracherecht verlieren

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 20. März 2014
Quelle: imago

Der Hamburger SV will seine Profi-Fußballabteilung ausgliedern und sich so für Investoren öffnen. Auf Schalke dagegen gehen derzeit viele Anträge für die nächste Jahreshauptversammlung ein, die für mehr Demokratie, Mitspracherecht und Transparenz sorgen sollen. In Zeiten von GmbHs und KGaAs stellt sich für viele Fans die Frage, ob und wie sie Vereinspolitik noch aktiv mitgestalten können. Aber wie viel Basis kann sich der moderne Bundesliga-Fußball noch erlauben?

Die Lage der Liga: Wie viele Vereine spielen in der Fußball-Bundesliga?
Klar, 18! Oder doch nicht? Streng genommen sind es nur 6, der Rest hat seine Profi-Fußballabteilungen längst ausgegliedert und tritt mit Kapital- oder Aktiengesellschaften in der Liga an. Die Zahl könnte sich in näherer Zukunft noch weiter verringern, denn neben dem HSV plant auch der VfB Stuttgart die Ausgliederung seiner Profis.

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Welche Vorteile bringt eine Ausgliederung mit sich?
Vor allem einen: Die Chance auf Geld. Mit einer Umwandlung in eine Kapital- oder Aktiengesellschaft haben Unternehmen oder Einzelpersonen die Möglichkeit, Anteile zu kaufen. Darüber hinaus kann wie in normalen Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnen und Verlusten gearbeitet werden, während der Gesamtverein von den Risiken des Liga-Spielbetriebs ausgenommen ist. Gerät die Bundesligamannschaft also in finanzielle Nöte, bleiben Tischtennis- oder Basketballabteilung des Hauptvereins davon verschont.

Begeben sich die Vereine mit dem Verkauf von Anteilen nicht in Abhängigkeit?
Martin Stopper hat sich als Anwalt auf  Sportrecht spezialisiert und berät einige Vereine bezüglich der 50+1-Regelung. Die Gefahr der Abhängigkeit von Sponsoren durch eine Ausgliederung sieht er nicht gegeben. „Bei dieser Argumentation verstehe ich schon den Ansatz nicht: Hat ein Anteilseigner etwa andere Ziele als ein Entsandter des Vereins? Der Club sagt: Wir würden gerne deutscher Meister werden, würden Sie das unterschreiben? Und der Gesellschafter sagt dann: Nein, ich möchte absteigen … Das ist doch Blödsinn“, sagte Stopper in einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk. Doch auch wenn sich die Interessen in weiten Teilen decken mögen, geben die Vereine natürlich ein großes Stück Autonomie aus der Hand.

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