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National

„Keine TV-Gelder für Hoffenheim, Leipzig & Co!“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 07. März 2016
Quelle: Commando Cannstatt

Die Ultras des Commando Cannstatt machten sich am Samstag während des Heimspiels des VfB Stuttgart gegen Hoffenheim für Änderungen bei der Verteilung der TV-Gelder stark. 

„Traditionslose Arschlöcher stoppen – Keine TV-Gelder für Hoffenheim, Leipzig & Co! Gelderverteilung nach Zuschauern statt Isolation der 1. Liga!“ hatte das Commando Cannstatt auf Spruchbänder gepinselt. Damit zielten die VfB-Ultras in eine ähnliche Richtung wie der FC St. Pauli, der im November letzten Jahres in einem Antrag an die DFL weniger TV-Gelder für Vereine, welche die 50+1-Regel umgehen, gefordert hatte.

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„Werksclubs wie z.B. VW Wolfsburg oder Bayer Leverkusen höhlen die 50+1-Regel ebenso aus wie der Mäzenenclub Dietmar Hoffenheim. Diese Plastikvereine machen die Bundesliga nicht attraktiver, profitieren aber dennoch von der aktuellen Regelung“, heißt es auf der Website des Commando Cannstatt. Danach werden die TV-Gelder aktuell in Abhängigkeit von Ligazugehörigkeit und Platzierung verteilt. „Viele Traditionsvereine, wie auch unser VfB, stärken hingegen die Attraktivität der Bundesligen, indem sie die Massen mobilisieren. Dieser Fakt bleibt in der aktuellen Regelung unberücksichtigt“, kritisieren die Ultras.

Daher unterstützt das Commando Cannstatt das Ansinnen des FC St. Pauli und wünscht sich auch vom eigenen Verein, dass sich dieser bei der DFL dahingehend positioniert. „In Zeiten in denen unser Verein mit seiner Mitgliedschaft über seine wirtschaftliche Basis diskutiert, wäre die Neuverteilung der TV-Gelder nach diesem Modell eine gelungene Monetarisierung der eigenen Tradition – zudem auf Kosten fremdfinanzierter Emporkömmlinge“, heißt es von der Ultragruppe.

Dass der VfB den Antrag jedoch nicht unterstützt, sondern sich zuletzt im Rahmen einer sogenannten „Mittelstands-Vereinigung“  mit den Vereinen aus Bremen, Berlin, Mönchengladbach, Köln und Hamburg sogar für eine Deckelung der TV-Gelder für die Klubs der 2. Liga stark machte, stößt dem Commando Cannstatt ebenfalls sauer auf. „Dieser Vorstoß konterkariert die Forderung nach einem faireren Wettbewerb. Vereine wie der 1. FC Nürnberg oder der FC St. Pauli, die auch in Liga 2 viele Zuschauer mobilisieren, werden abgehängt, während die unattraktive, aber finanziell ohnehin gut aufgestellte Konkurrenz aus Leipzig, Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg hofiert wird“, so die Ultras.

Andres Rettig, Geschäftsführer des FC St. Pauli kündigte kürzlich an, dass der Antrag des Klubs demnächst einen neuen Anlauf nehmen solle.