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National

„Keine Fan-, sondern Subkultur“

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 28. September 2015
Quelle: imago

Im Prozess gegen die Köln-Ultras, die 2012 einen Bus mit Gladbach-Fans bedrängt hatten, hat sich die Staatsanwaltschaft für lange Bewährungsstrafen ausgesprochen. Auch der Verein wurde kritisiert.

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Dabei wies Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn in seinem Plädoyer darauf hin, dass man bei der Ultra-Kultur nicht von einer Fankultur sprechen solle, sondern eher von einer Subkultur. In dieser herrsche die Meinung vor, „die Gesetze gelten für uns nicht“. Für die drei Angeklagten aus der „Wilden Horde“ forderte er Bewährungsstrafen von 8-10 Monaten. Zwei Angeklagte hatten gestanden, im März 2012 einen Bus auf der Autobahn bedrängt zu haben, in dem sich Fans von Borussia Mönchengladbach befanden. Die Verteidigung forderte geringere Strafen, ein Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Als Beispiel für die „eigenen Gesetze“ nannte die Staatsanwaltschaft einen Verbundbrief der Boyz Köln, in dem man sich zwar Regeln auferlegt habe, aber nicht auf den Einsatz von Pyrotechnik verzichten wolle. Dass der FC die Stadionverbote aufgehoben habe, sei „ein völlig falsches Signal“.