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National

Kein Köln 2.0 bei der HoGeSa-Demo in Hannover

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 16. November 2014
Quelle: Fanzeit

Am gestrigen Samstag fanden die Demonstrationen der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ unter dem Motto „Europa gegen den Terror des Islamismus“ und diverse Gegendemonstrationen in Hannover statt. Zu Ausschreitungen wie bei der Demo der HoGeSa in Köln kam es nicht.

Rund 3.200 Menschen sind dem Aufruf der HoGeSa nach Hannover gefolgt, deutlich weniger als von den Veranstaltern erwartet wurden.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um möglichen Ausschreitungen entgegen wirken zu können. Der Demonstration gingen Personenkontrollen voraus, weshalb diese auch erst mit einer Verspätung begonnen werden konnte. Auf der Demo selbst blieb es nach Informationen der FAZ bei rechten Parolen und vereinzelten Rangeleien.

Nur etwa 100 Meter Luftlinie trennten die HoGeSa-Demonstraten von den linken und linksextremen Gegendemonstranten. Von der Polizei war dies geplant, da sich von der Raschplatz-Hochstraße beide Demonstrationen im Blick halten lassen konnten.

An den insgesamt sechs Gegendemos nahmen rund 5.000 Menschen teil. Auch dort blieb es nach Polizeiinformationen weitgehend friedlich.

Grund dafür, dass es gerade bei der HoGeSa-Demo friedlich blieb, waren sicherlich auch die stregen Auflagen des Verwaltungsgerichts: Das Verbot eines Marsches und Verbote von Alkohol, Vermummung, sowie Pyrotechnik sind nur wenige Punkte der Liste mit Auflagen für die Demonstration der Hooligans.

Um Ausschreitungen wie bei der Demo vor drei Wochen in Köln zu verhindern, hatte die Polizei auch Unterstützung aus anderen Bundesländern. Zudem wurden Straßen rund um den Kundgebungsort abgesperrt.

Einen kurzen Bericht der worldnews zu den Demos seht ihr hier:

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Im Folgenden der Pressebericht der Polizei Hannover zur HoGeSa-Demo im Wortlaut:

Die Kundgebung der „HoGeSa“ mit dem Thema „Europa gegen den Terror des Islamismus“ sowie diverse Gegendemonstrationen sind heute in Hannover ohne wesentliche Störungen zu Ende gegangen.

Bereits auf dem Weg zur Versammlung der Gruppierung „HoGeSa“ (Hooligans gegen Salafisten) wurde aus einer Gruppe von 40 Personen Pyrotechnik gezündet. Die stationäre Versammlung startete gegen 12:45 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Hannover.

Sie begann mit zirka 700 Teilnehmern und wuchs schlussendlich auf zirka 3.200 an. Gegen 14:45 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Veranstaltung, in der einmal Pyrotechnik gezündet wurde. Im weiteren Verlauf kam es zu starken Abwanderungen – bereits eine Stunde später war der Platz am ZOB ohne Versammlungsteilnehmer.

Zur gleichen Zeit bzw. zeitversetzt fanden insgesamt sechs Gegendemonstrationen statt. Fünf stationäre Veranstaltungen am Steintorplatz, am Opernplatz, am Andreas-Hermes-Platz am Goseriedeplatz und auf dem Vorplatz der Nordkurve der HDI Arena. Darüber hinaus gab es einen Aufzug, der am Steintorplatz gegen 13:00 Uhr mit rund 2.000 Teilnehmern startete, auf 3.000 anstieg, durch die Innenstadt führte und schließlich am Andreas-Hermes-Platz um kurz vor 15:00 Uhr mit einer Abschlusskundgebung zu Ende ging.

Aus diesem Aufzug heraus kam es vereinzelt zu Störungen: Im Bereich der Schmiedestraße stellten die Einsatzkräfte das Aufnehmen von Steinen fest. Nachdem sich die Beamten vor möglichen Angriffen wappneten und ihre Helme aufsetzten, blieben allerdings in der weiteren Folge Steinwürfe aus. Als aus dem Zug heraus vermehrt Böller und Flaschen geworfen wurden, brachten die Einsatzkräfte einen Wasserwerfer in Position. Entgegen einzelner Berichterstattung wurde der Einsatz nicht angedroht. Die Demonstranten wurden lediglich aufgefordert, das Werfen einzustellen und sich friedlich zu verhalten. Darüber hinaus griffen Versammlungsteilnehmer des linken Spektrums Polizisten an einer Straßensperre an der Königstraße / Berliner Allee an. Die Beamten konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen, das von ihnen zurück gelassene Fahrzeug hingegen wurde erheblich beschädigt. Die Aufforderung „die Vermummung abzulegen“ erging, als der Demonstrationszug seinen Endpunkt am Andreas-Hermes-Platz erreicht und sich eine größere Zahl von Teilnehmern vermummt hatte.

Nach dem vom Versammlungsleiter verkündeten Ende des Demozuges, entfernte sich der Großteil – einige schlossen sich jedoch der stationären Versammlung am Andreas-Hermes-Platz an, die um 16:00 Uhr endete.

Um 17:30 Uhr endete eine Spontanversammlung in Form eines Aufzuges, zu dem sich rund 250 Teilnehmer des linken Spektrums gegen 16:20 Uhr entschieden hatten. Ihre Route: Andreas-Hermes-Platz über Friesenstraße, Eckerstraße, Celler Straße, Nikolaistraße, Postkamp, Am Klagesmarkt, Arndtstraße, An der Christuskirche.

 

st