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National

Kehrt das Bargeld zurück in die Arenen?

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 25. April 2014
Quelle: imago

Der 1. FC Köln stellt sein Bezahlsystem im RheinEnergieStadion um: Ab der nächsten Saison können Fans Bier und Bratwurst wieder mit Bargeld sowie mit der GeldKarten- oder girogo-Funktion der SparkassenCard bezahlen. Viele Fans dürfte diese Nachricht freuen, gibt es doch immer wieder Kritik an den bargeldlosen Bezahlsysten deutscher Bundesligisten.

Wie in vielen anderen modernen Arenen konnten Stadionbesucher Speisen und Getränke im RheinEnergieStadion in der Vergangenheit nur noch mit aufgeladenen Plastikkarten bezahlen. Zur neuen Saison wird es in Köln jedoch wieder möglich sein – ganz altmodisch – mit Bargeld zu bezahlen. Das teilten die Kölner auf ihrer Vereins-Webseite mit. Wer jedoch weiterhin auf die Suche nach Kleingeld im Portemonnaie verzichten will, kann auch die GeldKarten-Funktion seiner EC-Karte benutzen. Diese kann an jedem Geldautomaten aufgeladen werden.

Im Gegensatz zu geschlossenen Bezahlsystemen wie der Knappenkarte in der Veltins Arena kann mit der GeldKarte auch außerhalb des Stadions bezahlt werden, zum Beispiel an Parkschein- oder Fahrkartenautomaten. Ein ähnliches System kommt bereits in der BayArena in Leverkusen zum Einsatz. Um den Fans das bargeldlose Bezahlen schmackhaft zu machen, gibt es in der Startphase sogar einen Fünf-Prozent Rabatt auf Speisen und Getränke, die mit der GeldKarte bezahlt werden.

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Zehn Millionen Euro schlummern auf Bezahlkarten

Bei vielen Fans rennt der Verein mit der Maßnahme offene Türen ein: „80 Prozent von ihnen hatten sich in einer Befragung gewünscht, überall im Stadion mit Bargeld zahlen zu können“, sagt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Nicht nur Kölner Anhänger äußern immer wieder Kritik am Plastikgeld in vielen Bundesliga-Stadien. Schließlich ist es insbesondere für Auswärtsfans ein Ärgernis, sich in Stadien, die man in der Regel höchstens ein Mal pro Saison besucht, jedes Mal eine neue Bezahlkarte anschaffen zu müssen. Denn oft werden die Karten nach Spielschluss nicht mehr zurückgegeben. Sei es, weil die Schlangen an den entsprechenden Stationen zu lang sind, der Zug in die Heimat gleich abfährt oder man als siegestrunkener, bierseliger Anhänger schlicht vergisst, dass man da noch den einen oder anderen Euro auf der Karte hat.

All diese Restguthaben und Pfandbeträge, die für manche Bezahlkarten erhoben werden, läppern sich natürlich. Schätzungen zufolge schlummern etwa zehn Millionen Euro auf nicht zurückgegebenen Karten. Für die Vereine ein nettes Zusatzeinkommen, für Fans in erster Linie ärgerlich.

In nur sieben Stadien der 1. Bundesliga ist es den Besuchern noch möglich, mit Münzen und Scheinen zu bezahlen. Zwar gibt es auch Bezahlsysteme, mit deren Karten in anderen Stadien bezahlt werden kann, jedoch ist dies ein sehr kleiner exklusiver Kreis: Lediglich Hertha BSC, Borussia Dortmund, 1899 Hoffenheim, der 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Frankfurt nutzen gemeinsam den Service „justpay“. Auch der 1. FC Köln nutzte bis dato diesen Weg der Bezahlung, ehe die Verantwortlichen sich zum Schritt zurück entschieden. Ein Schritt, der jedoch vielen Fans gefallen dürfte. Und möglicherweise einer mit Vorbildcharakter.