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International

Kehren die Stehplätze zurück auf die Insel?

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 06. Januar 2016

Seit mehr als 20 Jahren sind Stehplätze in Großbritannien verboten, die Fankultur hat darunter merklich gelitten. Entsprechend groß war die Freude, als Celtic Glasgow im Sommer ankündigte, zur nächsten Saison wieder Stehplätze im eigenen Stadion einzurichten. Nun könnten weitere Vereine nachziehen. 

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So setzt sich der walisische Politiker Andrew R.T. Davies für das sogenannte „Safe Standing“ in Fußballstadien ein. „Safe Standing ist eine Frage der Fairness“, schreibt er auf der Website seiner Partei, der walisischen Konservativen. „Wie kann es sicher sein, bei einem Rugby-Spiel oder Konzert zu stehen, wenn es gleichzeitig unsicher sein soll, beim Fußball zu stehen – oftmals sogar in den gleichen Stadien? Wir würden diese From der Diskriminierung bei keiner anderen sozialen oder demographischen Gruppe akzeptieren, also warum bei Fußballfans?“

Um die Pläne in die Tat umzusetzen, muss die britische Regierung jedoch die Verantwortung für die Sicherheit in den Stadien an die walisische Nationalversammlung übertragen. Davies befindet sich diesbezüglich in Gesprächen mit der britischen Sportministerin Tracey Crouch und hat bereits einen offiziellen Antrag gestellt. Hat er Erfolg, könnten demnächst in den Stadien von Swansea und Cardiff City Pilotprojekte mit dem sogenannten „Rail Seating System“ starten. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Steh- und und ausklappbaren Sitzplätzen. Bei Ligaspielen bleiben die Sitze eingeklappt, sodass ausreichend Platz zum Stehen vorhanden ist. Mittels eines speziellen Schlüssels können die Sitze dann bei internationalen Spielen ausgeklappt werden.

Wie die englische Zeitung „Chronicle“ berichtet, würden auch die Verantwortlichen beim Premier-League-Klub AFC Sunderland Stehplätze in ihrem Stadion begrüßen. Jedoch sind auch sie an die englische Gesetzeslage gebunden, die seit der Katastrophe von Hillsborough Stehplätze bei Fußballspielen verbietet. Michael Brunskill von der Fanvereinigung „Football Supporters Federation“ hofft dennoch, dass die Zeichen aus Schottland und Wales auch die Politiker in England zum Grübeln bringen. „Die Tendenz geht klar zu einer Befürwortung des Safe Standing“, sagte er der Zeitung. „In der dritten und vierten Liga haben wir bereits Stehplätze. Stehen ist sicher, da gibt es keinen Zweifel. Sonst wäre es ja nicht bei anderen Sportereignissen erlaubt.“