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National

Karlsbande stellt Zusammenarbeit mit Alemannia Aachen ein

Autor: rene.gaengler Veröffentlicht: 24. November 2014

Die Aachener Ultra-Gruppe Karlsbande hat auf das erneute Symbolverbot für ihre Gruppe reagiert. Vor allem die Art und Weise des Verbots sorgt bei den Aachener Anhängern für Unverständnis und Enttäuschung. In einer ausführlichen Erklärung beziehen die Ultras auch Stellung zu ihrer politischen Ausrichtungm und Aktivitäten der Aachener Ultras. Die Zusammenarbeit mit dem Verein stellt die Gruppe bis auf Weiteres ein.

Der Verein hatte die Karlsbande zuletzt wieder mit einem Symbolverbote für das eigene Stadion belegt, nachdem dies im September in ähnlicher Form erst aufgehoben wurde. Seither sind Fahnen, Doppelhalter, Spruchbänder mit dem Schriftzug der Gruppe verboten. Außerdem will Alemannia Aachen mit einem Maßnahmenkatalog grundsätzlich Flagge zeigen gegen verfassungs- und fremdenfeindliche Gruppierungen in Fankreisen.

Die Karlsbande betont, dass sie vor der Saison die Bemühungen intensiviert habe, um den Dialog mit dem Verein wieder aufzunehmen. Auch das Fanprojekt wurde neu besetzt und personell verstärkt. „Doch nun sehen wir uns als Gruppierung und Fanszene abermals, aus uns teils unverständlichen Gründen, medialer Hetzjagd, Repressionen und fehlender Rückendeckung seitens des Vereins ausgesetzt. Wurden noch vor der Saison die Gespräche innerhalb der Fanszene und vor allem zum Verein hin intensiviert, sodass man behaupten konnte, einen guten und gemeinsamen Weg eingeschlagen zu haben, mussten wir nun merken, dass die Erwartungen einen herben Dämpfer fanden“, heißt es in der Stellungnahme.

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Auch zu den Vorwürfen, rechtsoffen oder rechtsextrem zu sein, nimmt die Gruppe Stellung. „Mehrfach gab es Äußerungen in Form von Spruchbändern, wo man sich klar von Rechtsextremismus, Rassismus und rechtem Gedankengut distanziert hat und einzig der Alemannia unsere Aufmerksamkeit attestiert hat“, heißt es in der Stellungnahme. Außerdem appelliert die Gruppe „an jeden Alemannia Fan, so schwer es ihm vermag, seine Vorurteile beiseite zu schieben und den direkten Meinungsaustausch zu uns zu suchen und sich so ein objektives Bild von uns zu verschaffen.“ Die Teilnahme an der HoGeSa-Demo in Köln bestreitet die Karlsbande, vielmehr seien Mitglieder der Gruppe stattdessen bei einem Spiel von Roda Kerkrade gewesen.

Die Karlsbande erhebt außerdem Vorwürfe gegen die Gruppe Aachen Ultras. „Trotz allem lassen ehemalige Mitglieder der Aachen Ultras – Mitglieder mit denen man vor einigen Jahren noch Woche für Woche gemeinsam verbracht hat – keine Gelegenheit aus, uns übel nachzureden und in den Medien weiterhin das Meinungsbild einer rechtsoffenen Gruppe zu verankern. Dies geschieht nicht nur in Form von Interviews, sondern ebenfalls in einem Ausmaß, von engen Kontakten zu lokalen und überregionalen Pressestellen, sowie vereinzelten Tätigkeiten bei diesen. Hinsichtlich dieses Handelns haben die Aachen Ultras ein, unter Ultragruppierungen ungeschriebenes Gesetz gebrochen. Hierdurch schaffen sie es, ihre Ansichten und Diffamierungen nach außen zu tragen“, heißt es weiterhin. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Pressevertretern sei nicht vereinbar mit dem Ultra-Begriff der Karlsbande.

Als Konsequenz aus dem lange Zeit schwelenden Konflikt und wiederholten Übergriffen rechter Mitglieder der Karlsbande hatten die Aachen Ultras selbst den Rückzug angetreten.

Die gesamte Stellungnahme findet ihr hier.

rg