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International

#Kämpa Showan – Internationaler Beistand nach Nazi-Angriff

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 18. März 2014
Quelle: imago

Es ist etwas Schlimmes passiert – so viel ist gewiss. Showan Shattak musste dreimal operiert und ins künstliche Koma versetzt werden. Shattak ist Ultra des schwedischen Erstligisten Malmö FF – und ein linker Aktivist, was ihm am vergangenen Samstag offenbar zum Verhängnis geworden ist.

Nach einer Demonstration anlässlich des Weltfrauentages war Shattak mit Freunden auf dem Weg zu einem Konzert, heißt es. Dort wurde die Gruppe von sechs Angreifern plötzlich mit Messern und Flaschen traktiert. Sogar am Boden liegend soll noch auf die Opfer eingetreten worden sein. Drei weitere Menschen erlitten zum Teil schwere Schnittverletzungen.

Die Hintergründe der Tat sind relativ unklar. Es gilt als sicher, dass es sich um Täter aus dem rechtsextremen Spektrum handelt. Die rechtsextreme schwedische Partei „Svenskarnas parti“ (Partei der Schweden) hat bereits vermeldet, dass einige ihrer Mitglieder in den Vorfall verwickelt worden seien. Genauso wie die nationalistische schwedische Website „Realisten“ versuchen sie jedoch, die Auseinandersetzung als Akt der Selbstverteidigung darzustellen. Zudem merkt „Realisten“ an, dass Shattak und seine Begleiter an diesem Tag zuvor schon gewalttätig in Erscheinung getreten seien. Die vorliegenden Zeugenaussagen sind  widersprüchlich. Inzwischen sind drei Personen wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen worden, einer der Hauptverdächtigen soll allerdings bereits wieder auf freiem Fuß sein.

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Derweil erfährt Shattak eine beeindruckende Welle der Solidarität. Unter dem Hashtag „Kämpa Showan („Kämpfe, Showan“) haben sich in den sozialen Netzwerken Hunderte weltweit mit dem Slogan in den verschiedensten Zusammenhängen ablichten lassen und ihre Fotos ins Netz gestellt. Besonders weit ging ein enger Freund des Opfers, der sich ein Tattoo über den gesamten Rücken stechen ließ. Darauf zu sehen: Der Schriftzug „Kämpa“, ein rotes Herz und der Name seines Freundes. Am Sonntag versammelten sich anlässlich der Ereignisse in Malmö sogar 10.000 Menschen zu einer Kundgebung – der Fall ist in Schweden längst auch ein Politikum.

Shattak scheint schließlich alles andere als ein zufälliges Opfer zu sein. Der Malmö-Fan engagiert sich nicht nur linkspolitisch, sondern gilt auch als Mitbegründer der Aktion „Fußballfans gegen Homophobie“ in Schweden, wofür er in der rechten Szene bereits öffentlich gebrandmarkt wurde. Eine gute Nachricht gibt es allerdings auch in dieser betrüblichen Geschichte:  Inzwischen scheint der 25-Jährige gesundheitlich über den Berg zu sein.