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National

Jubel, Tränen und Erleichterung

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 23. Mai 2015
Quelle: imago

Die Spielzeit 2014/15 ist Geschichte. Einer der spannendsten Abstiegskrimis der Bundesliga ist vorüber und bereitete bis zum Schluss mehrere Überraschungen. So erlebten die Fans der Abstiegskandidaten das Saisonfinale.

 

SC Paderborn

Es wurde alles versucht, um das Wunder auf den Klassenerhalt zu realisieren. Doch auch das Glück der Paderborner Schornsteinfeger konnte letztendlich den direkten Wiederabstieg nicht verhindern. Die Fans der Ostwestfalen haben bis zum Schluss an den Klassenerhalt geglaubt, obwohl nach der Niederlage gegen Schalke 04 bereits sicher war, das für Paderborn höchstens noch der Relegationsplatz möglich ist. Obwohl der SCP kurz nach Spielbeginn den Führungstreffer erzielen konnte, wurden die Hoffnungen der Ostwestfalen spätestens nach dem 2:1-Treffer des VfB Stuttgart zerstört. Dennoch wurden die Profis nach ihrem ersten Jahr im Oberhaus von ihren Fans mit Jubel verabschiedet.

SC Freiburg

Die Breisgauer sind der große Verlierer des letzten Spieltags. Die Freiburger-Anhänger, deren Mannschaft am vorletzten Saisonspiel noch den FC Bayern München besiegen konnte, haben wohl nicht damit gerechnet, am Ende auf einem direkten Abstiegskampf zu stehen. Aus dem Hannover-Lager war nach dem Sieg gegen Bayern Kritik laut geworden, da eine Wettbewerbsverzerrung vermutet wurde. „Grotesk und schade, dass diese Menschen jetzt auch noch für ihre Unsportlichkeit belohnt werden“, kommentierte Trainer Streich nach der Niederlage. Vom 14. Tabellenplatz rutschten die Freiburger auf den vorletzten Tabellenplatz. Obwohl keine Spielstände im Stadion angezeigt wurden, erfuhren die Fans von der Führung des HSV und der Führung der Stuttgarter in Paderborn. Verzweiflung kam auf und erste Tränen kullerten durch die Gesichter der Gästefans. Am Ende mussten die Breisgauer auch noch mit ansehen, wie ihr Spieler Krmas ein spektakuläres Eigentor erzielte, obwohl Torwart Bürki den Ball bereits abgewehrt hatte. Nach sechs Jahren in der ersten Bundesliga steigt der SC Freiburg zum vierten Mal (1997, 2002, 2005, 2015) ab.

HSV

Vor dem alles entscheidenden Spiel für den HSV wurden die Hanseaten aufgefordert Raute zu zeigen. Der Mannschaftsbus wurde von den HSV-Fans begrüßt. Allen Beteiligten schien bewusst gewesen zu sein, was für das Gründungsmitglied der Bundesliga auf dem Spiel stand, denn es herrschte eine angespannte Stimmung im Stadion des HSV. Die Gäste aus Gelsenkirchen kamen besser in die Partie, der HSV wirkte wie gelähmt. In der 27. Minute mussten die Fans den nächsten Schock verdauen: Lasogga musste ausgewechselt werden. In der zweiten Halbzeit begann sich das Blatt zu wenden. Der HSV wurde deutlich besser und gewann verdient mit 2:0. Doch nach dem Schlusspfiff herrschte große Verunsicherung, ob der Sieg für den Relegationsplatz ausreichend war, denn in Hannover wurde noch gespielt. Als der 16. Tabellenplatz gesichert war, brachen Fans und Mannschaft in großen Jubel aus.

 Hertha BSC

Die Hauptstädter hatten die beste Ausgangsposition von allen Abstiegskandidaten. Dennoch war die Stimmung unter den Fans im Vorfeld angespannt, die bloß nicht schon wieder in die Relegation wollten. Die Anhänger der Hertha mussten fast das ganze Spiel über zittern. Die TSG Hoffenheim war früh in Führung gegangen und dominierte das Spiel. Aufgrund der Zwischenstände auf den anderen Plätzen hätte ein weiteres Tor den Relegationsplatz bedeutet. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs genügte der Hertha am Ende eine 1:2 Niederlage, um den Klassenerhalt zu schaffen.

  VfB Stuttgart

Auch die Schwaben setzten auf das Glück der Schornsteinfeger. Obwohl dies im Gegensatz zu ihren Gastgebern auch half, erlebten die Fans der Schwaben am letzten Spieltag eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach dem frühzeitigen Treffer der Gäste rutschte der VfB auf einen direkten Abstiegsplatz. Die Chancenverwertung der eigenen Spieler brachte die Fans zur Verzweiflung. Selbst Großchancen konnten nicht genutzt werden. Erst in der 36. Spielminute gelang den Schwaben der Ausgleich. Doch dieser hätte aufgrund der HSV Führung nicht für den sicheren Klassenerhalt gereicht. Bis zur 72. Minute mussten die mitgereisten Anhänger leiden. Doch der zweite Treffer sicherte dem VfB trotz des Erfolgs der Hanseaten den Verbleib in der ersten Bundesliga.

 Hannover 96

Die Niedersachsen unterstützten im Kampf um den Klassenerhalt lautstark ihre Mannschaft und konnten ein frühes Tor ihrer Profis bejubeln. Im Verlauf des Spiels merkte man beiden Mannschaften eine deutliche Verunsicherung an. Bis auf die Schlussphase ereigneten sich kaum Strafraumszenen. Mit dem ersten Heimsieg und dem zweiten Erfolg im Kalenderjahr 2015 feierten die Fans mit ihren Profis einen versöhnlichen Saisonabschluss.