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National

„JU im KarLi? Niemals!“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 11. Dezember 2014
Quelle: Sludge G, via Flickr | CC BY 2.0

Die „Junge Union Brandenburg“ (JU), Jugendorganisation der CDU/CSU, hat sich für ihre Weihnachtsfeier einen ganz besonderen Ort ausgesucht: Der „politische Jahresrückblick“ soll am Samstag im VIP-Raum des Karl-Liebknecht-Stadions, der Heimspielstätte des SV Babelsberg 03, stattfinden. Einige Anhänger des Regionalligisten, dessen Fanszene als linksalternativ gilt, gehen dagegen auf die Barrikaden. 

„Eine Weihnachtsfeier der Jungen Union Brandenburg im Karl-Liebknecht-Stadion? Liebe Verantwortliche des SV Babelsberg 03, ist das euer Ernst? Allein die gesammelten Aussagen der Jungen Union Potsdam reichen für einen Rauswurf aufgrund unserer Stadionordnung! JU im KarLi? Niemals! Die Weihnachtsfeier der JU zum Desaster machen!“, heißt es auf der Facebook-Seite der Nordkurve Babelsberg. Als Gründe führt die Organisation Positionen der JU bei Themen wie Flüchtlingspolitik oder der Gleichstellung homosexueller Menschen an. Diese seien unvereinbar mit dem Claim „Nulldrei gegen Homophobie“ sowie dem Engagement des Vereins für Flüchtlinge.

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Der Vorstand des Vereins sieht derweil keinen Grund dafür, die Feier abzusagen. „Wir sind ein Verein für die ganze Stadt. Wir unterscheiden nicht nach politischen Ansichten, es sei denn, es handelt sich um Extremisten“, sagte Vorstandsmitglied Götz Schulze der Märkischen Allgemeinen Zeitung und gesteht ein, dass vor allem wirtschaftliche Interessen eine Rolle bei der Vermietung der Räumlichkeiten eine Rolle spielen: „Wir brauchen Einnahmen und sind für Weihnachts- wie Hochzeitsfeiern offen.“

Am Mittwochabend kam es schließlich zu einem Gespräch zwischen Vorstand und Vertretern der Fanszene. Auf seiner Webseite betont der Klub, dass der Verein „sich aktiv für Werte wie Toleranz, Offenheit und Transparenz einsetzt und hierzu auch Themen wie die Integration von Flüchtlingen, den Schutz von Minderheiten und die zerstörerische Kraft von Rassismus und Homophobie einbezogen sind.“ In der Wahl des Karl-Liebknecht-Stadions als Veranstaltungsort für die Weihnachtsfeier der JU Brandenburg sehen die Verantwortlichen „ein Zeichen der Wertschätzung für diesen Weg und begrüßen die wirtschaftliche Unterstützung in schwieriger Zeit.“

Und die JU? Will ihre Feier auf jeden Fall durchziehen, notfalls unter Polizeischutz, wie Philipp Schwab, Vorsitzender des JU-Landesverbandes der MAZ sagte. Ohnehin soll die Weihnachtsfeier keine „hochpolitische Veranstaltung mit vielen Reden“ werden, betont Schwab. „Wir wollen einfach nur gemütlich zusammensitzen.“

fn