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National

Jäger will UGE-Banner verbieten lassen

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 08. Juli 2015
Quelle: imago

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat die Verantwortlichen des FC Schalke 04 dazu aufgefordert, polizeikritische Banner künftig zu verbieten. Die Fans wünschen sich hingegen, dass sich der Verein hinter sie stellt.

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Wie die WAZ berichtet, hat sich Ralf Jäger mit einem Brief an Schalkes Finanzvorstand Peter Peters gewandt, in dem er unter anderem das Verbot eines Banners der Ultras Gelsenkirchen fordert, das diese bei Heimspielen regelmäßig aufhängen. Auf diesem ist der Kopf von Klaus Sitzer, dem Einsatzleiter des umstrittenen Polizeieinsatzes beim Spiel gegen PAOK Saloniki, zu sehen – versehen mit dem Schriftzug „Sitzer absetzen“. Dies führe zu einer „ständigen persönlichen Belastungssituation“ für den Polizeiführer, wird Jäger zitiert.

Die Schalker Fan-Initiative fordert den Vorstand derweil dazu auf, sich in dieser Angelegenheit deutlich hinter die Fans zu stellen. Die Stadionordnung sei keine Grundlage für ein Verbot des Banners, da es weder „gewaltverherrlichend“, noch, „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „antisemitisch“ oder „rechts- und linksradikal“ sei. „Von einer ´persönlichen Belastungssituation´ des Herrn Sitzers steht nichts in der Schalker Stadionordnung“, heißt es auf der Webseite des Schalke Unser, dem Fanzine der Initiative. Und weiter: „Übrigens, die 87 Menschen, die behandelt werden musste – eine schwebte in Lebensgefahr – waren auch ´persönlich belastet´. Sogar extrem. Nur falls das dem Herrn Polizeiminister entgangen sein sollte.“

Auch zwei Jahre nach den Ereignissen beim Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Saloniki beschäftigt der Polizeieinsatz in der Nordkurve die Schalker Fanszene. Erst kürzlich kündigten die Ultras Gelsenkirchen juristischen Widerspruch gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Klaus Sitzer und andere Polizeibeamte an.