Anzeige

International

„Ivan der Schreckliche“ mit Hooligan-Comeback

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 16. Oktober 2014
Quelle: imago

Das Spiel zwischen Serbien gegen Albanien wurde nach Ausschreitungen abgebrochen. Mitten in den Tumulten konnte ein alter Bekannter ausfindig gemacht werden: Ivan Bogdanov, besser bekannt unter seinen Kosenamen „Ivan der Schreckliche“ oder „Das Biest von Genua“.

Nachdem er nicht nur an Krawallen beim Spiel zwischen Italien und Serbien im Jahr 2010 mitgewirkt, sondern vielmehr das Gesicht der Randale des Länderspiels geworden ist, saß er bis 2013 hinter Gittern. Beim damaligen Spiel reiste der Serbe nach Genua. Im Stadion zerschnitt er unter anderem das Ballnetz mit einer Kombischere, zeigte den Hitlergruß und verbrannte eine albanische Flagge. Außerdem stachelte er weitere Hooligans an, den serbischen Torhüter Wladimir Stojkovic anzugreifen, der von Bogdanovs Lieblingsclub Roter Stern Belgrad zum Stadtrivalen Partizan gewechselt war.

Ein Video zu Bogdanovs Aktion beim damaligen Länderspiel seht ihr hier:

Folgen der Ausschreitungen waren der Abbruch des Spiels nach sieben gespielten Minuten, 17 verletzte Personen und 120.000 Euro Strafe für den serbischen Verband. Das Spiel wurde mit 3:0 für Italien gewertet.

Der mutmaßliche Rädelsführer Bogdanov wurde am Folgetag bei dem Versuch, das Land im Motorhohlraum eines Fanbusses zu verlassen, verhaftet und im März 2011 von einem Gericht zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Seine vorzeitige Entlassung folgte im April 2013. Nun ist Bogdanov nach serbischen Medienberichten wieder auffällig geworden.

Anzeige

Bogdanov an neuerlichen Ausschreitungen beim Spiel zwischen Serbien und Albanien beteiligt

Diesmal ist Bogdanov beim Spiel zwischen Serbien und Albanien aufgetreten, wo er zusammen mit anderen Serben das Spielfeld stürmte und albanische Spieler attackierte. Bogdanov konnte auf Videos und Fotos identifiziert werden.

Weil die Sicherheit nicht mehr garantiert war und die Albaner nicht mehr antreten wollten, wurde das Spiel in der 41. Minute abgebrochen.

Die UEFA wies unterdessen jede Mitschuld von sich. „Die beiden Fußballverbände hatten sich nach der Auslosung nur darauf verständigt, die Partien ohne Gästefans auszutragen“, sagte ein Sprecher dem „Guardian“. Es gab aus Sicht der UEFA keinen Grund die beiden Mannschaften nicht gegeneinander antreten zu lassen.

Im Februar 2011 hatte Uefa-Präsident Michel Platini Serbien bei weiteren Krawallen mit dem Ausschluss von kontinentalen Wettbewerben gedroht. Auslöser war der oben beschriebene Auftritt Bogdanovs und anderer serbischer Hooligans beim Spiel in Italien.

 

st