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International

Inhaftierter Ultra gefoltert?

Autor: Maximilian Gehrmann Veröffentlicht: 01. April 2015
Quelle: imago

Trotz Freispruchs bleibt ein führendes Mitglied der Zamalek-Ultras „White Knights“ weiterhin in Haft. Mitglieder der Gruppe werfen der ägyptischen Regierung in sozialen Netzwerken vor, ihren Freund gefoltert zu haben.

Während die erste ägyptische Liga ihren Spielbetrieb am Montag wieder fortsetzt, sehen sich die ägyptischen Ultra-Gruppen offenbar weiterhin dem harten Vorgehen der Regierung ausgesetzt. Zwar wurden am Sonntag acht Mitglieder der Gruppe „Ultras White Knights“ (UWK) vom Vorwurf eines Säure-Angriffs auf den Präsidenten des Vereins Zamalek SC freigesprochen, jedoch wurde ein Mitglied  zu sechs Monaten Haft verurteilt. Zu den Freigesprochenen zählt auch Said M., dem das Gericht eine Führungsrolle innerhalb der Gruppe attestiert und der am 16. März inhaftiert wurde.

Mitglieder der UWK warfen der Regierung in sozialen Netzwerken vor, Said M. gefoltert zu haben. Tarek Al-Awady, der Anwalt der Gruppe, äußerte sich gegenüber Daily News Egypt wie folgt: „M. selbst war in der Gerichtsverhandlung nicht anwesend.  Bis zu diesem Zeitpunkt wissen wir nur, dass er sich in Polizeigewahrsam befindet. Wir haben persönlich nicht mit ihm sprechen können.“

Wie der Anwalt berichtet, habe ein Kollege bei einem Besuch Spuren von Folter an Said M. festgestellt. Er selbst könne diesen Vorwurf weder bestätigen noch dementieren.

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Desweiteren erweiterte die Staatsanwaltschaft am Montag die Vorwürfe gegenüber M. und bezichtigt ihn nun der „Gründung einer kriminellen Vereinigung“. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen forderte der Gerichtshof für dringende Angelegenheiten in Kairo, alle Aktivitäten der Ultras bis zum 27. April zu verbieten.

Viele ägyptische Ultra-Gruppen geraten aufgrund ihrer regierungskritischen Haltung immer weiter in den Fokus der Behörden und haben seit ihrer Beteiligung an der Revolution 2011 und mehreren tödlichen Zusammenstößen mit der Polizei unter erheblichen Repressionen zu leiden.