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National

Informieren statt marschieren

Autor: Merlin Olk Veröffentlicht: 08. August 2014
Quelle: imago

Bevor es am Sonntag in München zum Spiel zwischen 1860 und RB-Leipzig kommt, haben Teile der Münchener Fanszene auf Facebook zu einem Protestmarsch gegen Red Bull aufgerufen. Die Ultras der „Sechzger“ werden sich an dieser Aktion nicht beteiligen.

Statt dessen appellieren mehrere Münchener Fangruppierungen an die 1860-Anhänger, die „Informationsmöglichkeiten zu Red Bull am Löwentreff am Parkplatz hinter der Nordkurve“ wahrzunehmen. Zudem wolle man sich im Wesentlichen auf die Unterstützung des Teams der Löwen konzentrieren.

Nachfolgend die Mitteilung der 1860-Ultras im Wortlaut:

Mit dem Einstieg Red Bulls in Leipzig hat die Kommerzialisierung im deutschen Fußball ein Level überschritten, das wir in dieser Form auf’s Schärfste verurteilen. Ein Überblick der Thematik in Kurzform:

Der Fußball in Leipzig dient ausschließlich als Werbeplattform für die Marke Red Bull, das ist der große Unterschied zu den zahlreichen bekannten KGaAs, AGs, GmbHs etc. der Vereine. Ziel ist es, Red Bull im Markt zu etablieren sowie dort noch stärker zu platzieren, um den Profit in die Höhe zu treiben. Dies gelingt bei möglichst großem sportlichen Erfolg, als Werbeträger dient dabei die Fußballsparte Red Bulls in Leipzig. Durch beinahe uneingeschränkte Geldmittel, zahlreiche Spielertransaktionen zwischen den diversen RB-Teams in allerlei Länder und der Nutzung verschiedener, Red Bull zugehöriger, Farmteams entsteht eine Wettbewerbsverzerrung, die im deutschen Fußball bisher einmalig ist und von der DFL / dem DFB bereits frühzeitig im Keim hätte erstickt werden müssen. Doch das Gegenteil war der Fall, Red Bull ist im Profifußball angekommen und will sich nun in der Bundesliga etablieren. Diese Entwicklung gilt es abzulehnen, ein derartiges Konstrukt hat in Deutschland schlichtweg nichts zu suchen!

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Etwaige Vergleiche zwischen dem Investment von Hasan Ismaik bei unseren Löwen und dem Einstieg von Red Bull bei Leipzig sind darüber hinaus völlig fehl am Platze, da sowohl Zielsetzungen, Motivationsgründe und Ausprägung exzessiv andersartig sind. An dieser Stelle soll nun freilich nicht das Investment Herrn Ismaiks verteidigt werden, sondern erklärt werden, dass zwischen dem TSV 1860 München als gestandenen Traditionsverein, welcher seit Jahrzehnten über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist und dem Emporkömmling RB Leipzig keine Gemeinsamkeiten vorliegen!

Wie verfährt die aktive Szene von 1860 nun im Detail gegenüber diesem Marketing-Konstrukt? Die Partie am Sonntag werden wir geschlossen besuchen und den Protest ins Stadion tragen, um so eine größere Masse an Löwenfans für diese Thematik zu sensibilisieren. Wir beteiligen uns nicht an dem – von uns nicht bekannten Veranstaltern initiierten – sinnfreien Marsch vom Stachus zur Arena, sondern möchten vielmehr alle Löwenfans dazu einladen, die reichlichen Informationsmöglichkeiten zu Red Bull am Löwentreff (diesmal am Parkplatz hinter der Nordkurve) wahrzunehmen. Zudem gilt unser Augenmerk der Löwen-Elf auf dem Platz, die unsere volle Unterstützung verdient.

Wer sich vorab mit dem Konstrukt “Rasenballsport” Leipzig auseinandersetzen will, dem sei die Webseite Nein zu RB! ans Herz gelegt.

Zum Auswärtsspiel in Leipzig, welches in der Rückrunde stattfinden wird, wird es frühzeitig Informationen geben.

NEIN ZU RED BULL!

Giasinga Buam 1860
Cosa Nostra 1860
Sechzig im Allgäu
Azzurro Monaco
Münchner Freiheit 1860
BBF 1860
Panzerknacker

mo