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National

„Ihr habt eine Stunde Zeit…“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 06. Oktober 2014
Quelle: imago

Ein ganz besonderes „Selfie“, eine One-Man-Choreo in Dortmund und selbstironische Dresdner Anhänger: Wir haben eine Auswahl der buntesten Bilder, besten Sprüche und aufsehenerregendsten Fanaktionen des Wochenendes zusammengestellt.

One-Man-Choreo

Wie ist der Mann bloß auf dieses Wortspiel gekommen?! Wir können es nur ahnen. Ein BVB-Anhänger fand aber offenbar so großen Gefallen daran, einen Querverweis vom HSV auf eine internationale Fleischbrötchen-Spezialität herzustellen, dass er gleich eine eigene Choreographie zum Thema gebastelt hatte und nacheinander die Plakate „Ich mag Hamburger“ und „Drei Punkte“, versehen mit der Abbildung von zunächst einem und später drei Hamburgern präsentierte, schließlich sogar einem durchgestrichenen Burger. Trotzdem mussten sich die Dortmunder am Ende mit einer Nulldiät abspeisen lassen, was aber erst zu der bemerkenswerten Reaktion des Dortmunder Publikums nach Spielende führte.

Gedenken an Oz

Nachdem Anhänger des FC St. Pauli bereits in der Vorwoche der verstorbenen Street-Art-Größe „Oz“ gedacht hatten, legten die Hamburger im Heimspiel gegen Union Berlin noch einmal nach und ehrten den Künstler mit einer großen Choreographie aus etlichen Luftballons, Smileys auf bunten Papptafeln und zahlreichen Spruchbändern.

 

Selfie mit Robert

In Dortmund erinnert man sich an ihn derzeit wohl nur ungern, beim FC Bayern kommt Robert Lewandowski dafür allmählich richtig an. Auch bei den Fans steht der Stürmerstar hoch im Kurs. Wer es sogar noch im Stadion auf ein Selfie mit Lewandowski schafft, darf das später bei Twitter auch gerne mal so antexten…

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Die Ultras der Schickeria München nutzten das Heimspiel gegen Hannover, um Grüße an die befreundete Brigate Rossoblu Civitanova des italienischen Viertligisten Sambenedettese Calcio zu formulieren. „Oggi piu‘ che mai – Fieri della vostra amicizia – BRB e SM“ hieß es auf einem Spruchband der Schickeria. Heißt ungefähr so viel wie: „Heute mehr denn je – stolz auf Ihre Freundschaft – BRB und SM“. Die in der Choreographie enthaltene 30 sollte den 1984 gegründeten Italienern – man ahnt es – als Geburtstagsgruß gelten. Beide Gruppen sind seit etwa zehn Jahren befreundet.

Doch auch zum Tagesgeschäft äußerte sich die Schickeria vermittels eines Spruchbands. Angesichts der anhaltenden Kritik an RB Leipzig und der mittlerweile auch immer öfter aufkeimenden Kritik an der Kritik war darauf zu lesen: „Wir schreien und weinen nicht, wir haben eine klare Meinung. Egal, wem das passt oder nicht: Nein zu RB!“  

Eintracht-Frankfurt-Choreo 

Mindestens aus Fanperspektive war die Begegnung von Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln ein echtes Spitzenspiel. Entsprechend ließ sich der Eintracht-Anhang auch nicht lumpen und wartete mit einer großen Choreographie auf, die am besten für sich spricht.  

   

Dresden zitiert sich selbst  

Nach dem letzten Aufeinandertreffen von Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld am letzten Spieltag der letzten Zweitliga-Saison wurden einige Dresdner Fans als ganz und gar humorlose Gesellen dargestellt. Vor allem das Spruchband mit der Aufschrift „Ihr habt eine Stunde, um unsere Stadt zu verlassen“ erlangte in diesem Zusammenhang so viel Berühmtheit wie sie nur wenigen Spruchbändern zuteil wird. Beim Aufeinandertreffen in der 3. Liga am präsentierten die Sachsen am Samstag zumindest den ersten Teil des Spruchs und ergänzten ihn mit gleich mehreren Ultimaten an die Arminen. So hatte der DSC eine Stunde Zeit… „Gegen uns zu verlieren“, „Die Sammer-Millionen zu finden“, „Den Lidl-Frauen mit dem Pfefferspray zu helfen“, „Die Mauer wieder aufzubauen“, „Den Feuerlöscher im Kino wieder aufzufüllen“, „Uns den Soli zu zahlen“, „Uns neue gelbe Ponchos zu bestellen“, „Euren Container wieder einzuräumen“ oder „Uns Bier zu holen“. Zumindest auf diese Idee waren aber auch die Hausherren schon gekommen.  

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„Ihr habt eine Stunde Zeit uns ein Bier auszugeben“ #DSCSGD Gute Aktion der Arminia! Auf Instagram anzeigen

 

Greuther Fürth feiert „Kärwa“

Nein, das ist kein neuer finnischer Wunderstürmer und es muss ja nicht immer nur um Fußball gehen. Das Leben bietet schließlich noch ein paar nette Nebensachen. Dem Fürther ist die Michaelis-Kirchweih, mundartlich „Kärwa“ in etwa das, was den Münchnern das Oktoberfest ist – mindestens mal eine Hauptsache. Daher war die Choreographie der Kleeblatt-Anhänger gegen Erzgebirge Aue Ehrensache. Darauf zu lesen: „Die Königin läutet’s ein – Heut‘ soll fünfte Jahreszeit sein.“ Mit dem 2:0-Heimsieg lieferten die „Kleeblätter“ wie aufs Wort den passenden Assist für eine gelungene Anschlussveranstaltung.