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National

„Ich will hier heute Tote sehen!“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 21. Januar 2015
Quelle: imago

Der Konflikt schwelt bereits seit Jahren, zuletzt schien sich der Konflikt zwischen Teilen der Duisburger Fanszene und der Kohorte Duisburg von außen betrachtet aber etwas beruhigt zu haben. Möglicherweise ein trügerischer Eindruck.

Die Kohorte berichtet, dass in der Nacht von Samstag, 10. Januar auf Sonntag, 11. Januar gegen 3 Uhr etwa 20 Personen einer Party ihrer Gruppe im Duisburger Süden ihre Aufwartung gemacht haben sollen. Darunter Mitglieder der verschiedenen mindestens umstrittenen Duisburger Fan- und Hooligan-Gruppen Division Duisburg, Toastbrot Duisburg (TBDU), Neudorfer Aktionsfront (NAF) und des Nationalen Widerstands Duisburg (NWDU). Der Dortmunder Ableger dieser Gruppierung ist bereits verboten worden.

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Nachdem sich die ungebetenen Gäste Zutritt zu der Veranstaltung verschafft und von Kohorte-Mitgliedern zum Verlassen des Geländes aufgefordert worden seien, hätten die Angreifer mit Faustschlägen, dem Werfen mit Stühlen und dem Einsatz von Pfefferspray geantwortet. Einer der Personen, der sowohl bei Toastbrot Duisburg als auch beim Nationalen Widerstand organisiert sei, soll zudem angekündigt haben: „Ich will hier heute Tote sehen!“ Durch den Einsatz von Waffen hätten die Angreifer Schwerstverletzte riskiert, betont die Kohorte. Den Personen, die zu Schaden gekommen seien, gehe es den Umständen entsprechend aber gut.

„Wir lassen uns nicht von unserem Verein vertreiben!“

Den Vorwurf, dass die Kohorte selbst zuvor einen Angriff verübt haben soll, weist die Gruppe weit von sich: „Die in einigen Kreisen bereits verbreitete Rechtfertigung, Leute aus unserem Umfeld hätten zuvor an anderer Stelle ein Mitglied einer der besagten Gruppen überfallen, ist schlicht und ergreifend gelogen.Insgesamt erfüllt es selbst uns regelmäßig mit Fremdscham, dass sich die sonst so aufrechten und stolzen Nationalisten zu jedem Angriff eine kleine Geschichte ausdenken müssen, um nicht ganz so blöde dazustehen.“

Trotz des erneuten Einschüchterungsversuchs will sich die linksgerichtete Kohorte aber nicht davon abhalten lassen, den MSV weiter zu unterstützen und sich dabei auch nach wie vor politisch zu positionieren: „Für uns gilt weiterhin: Wir lassen uns weder von Gewalttaten noch von anderen Einschüchterungs- und Isolationsversuchen von unserem Verein vertreiben!“