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National

Hugos wollen Pokalfinale besuchen

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 13. Mai 2015
Quelle: imago

Am Donnerstag wird das Finale des Niederrheinpokals zwischen Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen ausgetragen. Doch neben den Fans, die ihre Mannschaft im Pokalspiel unterstützen wollen, haben sich auch gewaltbereite Gruppen in Essen angekündigt.

Die Rahmenbedingungen könnten für das morgige Pokalfinale des Niederrheinpokals eigentlich kaum bessser sein. Doch neben schönem Wetter werden am Vatertag neben Fußballfans laut WAZ auch gewaltbereite Gruppen erwartet, darunter auch Rocker und Hooligans aus Bremen und Ulm. Das Pokalspiel wird ohnehin bereits von der Polizei als Risikospiel eingestuft. Gleich zwei Mal kam es bei den letzten Heimspielen des SV Werder Bremen zu Auseinandersetzungen zwischen Ultras und rechten Hooligans des Vereins. Bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen wurden Beweismittel gesammelt, die insgesamt fünf Männer belasten sollen.

Beide Fanszenen werden von gewaltbereiten Gruppierungen unterstützt

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Für das Finale werden in Essen 4200 Gästefans erwartet. Diese hatten sich bereits im Vorfeld über mangelnde Karten für das Finale beschwert. Doch die Oberhausen-Fans werden von „unerfreulicher Verstärkung“ begleitet: Die Hugos, eine Ultra-Gruppierung von Schalke 04. Diese pflegen mit RWO eine Freundschaft und mit RWE eine Feindschaft. Der Kopf der Hugos wurde erst vor wenigen Wochen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Viele Anhänger haben in Gelsenkirchen Stadionverbot. Zusätzlich „sollen die RWO-Hooligans befreundete Hauer aus Ulm eingeladen haben.“ Die Fanszene der Essener soll im Gegenzug von Bremer Hooligans sowie Rockern der „Crew 45“ verstärkt werden.

„Es ist ein Hochrisikospiel und eine Mammutaufgabe. Wir versuchen, auf alles vorbereitet zu sein,“ äußerte Harald Hagen, Polizei-Oberrat und Leiter der zuständigen Inspektion Nord, gegenüber der WAZ. Die gute Zusammenarbeit vorab und die akribische Planung stimmen ihn optimistisch: „Stadt, Vereine, GVE, RGE, Evag, Bahn, Johanniter, alle wollen mit mehr Personal, mehr Bahnen, mehr Bussen und 110 Prozent Einsatz dafür sorgen, dass es ein tolles Finale wird.“ In der vergangenen Saison war das Essener Stadion im Halbfinale des Pokals ebenso wie morgen ausverkauft. Da ein Platzsturm befürchtet wurde, musste das Spiel zwischen RWE und dem MSV Duisburg für 30 Minuten unterbrochen werden. Dieses Mal hoffen die Verantwortlichen, „dass die mehreren hundert Beamten nur in aktiver Bereitschaft bleiben müssen.

Verschärfte Kontrollen

„Um Ausschreitungen der Zuschauer zu verhindern, müssen Begegnungen der verfeindeten Fans unterbunden werden. „Wir wollen die Besucherströme optimal lenken“, nennt es Harald Hagen, Spielführer bei der Essener Polizei. Damit dies auch gelingt, werden die Gästefans am Bahnhof Bergeborbeck in Empfang genommen und ins Stadion gefahren. Nach dem Schlusspfiff sollen die Fans zurück nach Oberhausen gefahren werden. „Wer erkennbar alkoholisiert ist, kommt nicht rein“, kündigt Harald Hagen an. Dies dürfte besonders am Vatertag kein Einzelfall sein. Trotz aller Überwachung und Kontrollen appelliert er an die Vernunft der Fußball-Fans: „Es wäre schön, wenn sich alle nachher an ein tolles Fußballfest erinnern.“