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National

HSV Supporters Club fordert Löschung der Hamburger SKB-Datei

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 19. Januar 2016
Quelle: imago

Die bis vor kurzem noch geheime Datei „Gruppen- und Szenegewalt“ der Hamburger Polizei schlägt weiter hohe Wellen. Der HSV Supporters Club fordert nun die Löschung der Datei. 

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„Mit allergrößter Irritation und absolutem Unverständnis“ habe die Abteilungsleitung des Supporters Club zur Kenntnis genommen, dass neben den bundesweiten Datei „Gewalttäter Sport“ in Hamburg von sogenannten szenekundigen Beamten (SKB) eine eigene Datei für Fußballfans geführt wird. Es sei „skandalös“, dass die Polizei in der Vergangenheit die Sammlung solcher Personendaten geleugnet habe. Die Datei und insbesondere deren Geheimhaltung verstößt nach Ansicht der Fanorganisation gegen das Recht auf informelle Selbstbestimmung.

„Auf dieser Basis ist eine vertrauensvolle und auf Ausgleich fokussierte Zusammenarbeit mit der Polizei nicht darstellbar oder zu vermitteln. Wir fordern die Polizei Hamburg, die zuständige Innenbehörde und den Senat der Hansestadt Hamburg auf, diesen Skandal umgehend öffentlich aufzuklären und diese Datei sofort zu löschen und zu schließen“, heißt es auf der Website des Supporters Club.

Öffentlich geworden war die Existenz der Datei durch eine kleine Anfrage der Linken-Politikerin Christiane Schneider im Hamburger Senat. Demnach wird die Datei bereits seit Juni 2006 geführt. Gespeichert werden darin Personen, die bei Sportereignissen als Beschuldigter, Verdächtiger oder Störer, aber auch als „Kontakt- und Begleitperson“ auffallen. Die Betroffenen werden über einen Eintrag nicht informiert. Eine Löschfrist besteht nicht. Auch Fans des FC St. Pauli hatten die Datei zuletzt scharf kritisiert.