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International

Homophobie-Diskussion im österreichischen Fußball

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 15. Februar 2018
Quelle: imago

In den vergangenen Wochen sind Fans von Rapid Wien wiederholt mit homophoben Spruchbändern aufgefallen. Nun hat sich auch der österreichische Ableger von „Fußballfans gegen Homophobie“ zu Wort gemeldet. 

Beim Derby gegen Austria Wien hatten Rapid-Fans den Gegner mit Gesängen und einem Spruchband als „Schwuler FAK“ beleidigt.

Zudem erlitt Austria-Kapitän Raphael Holzhauser durch ein von Rapid-Anhängern geworfenes Feuerzeug eine kleine Platzwunde am Kopf. Die öffentliche Empörung darüber nahmen Rapid-Fans dann beim darauffolgenden Spiel gegen Admira Wacker zum Anlass für ein weiteres Spruchband mit der Aufschrift „Dem Woamen platzt a Wimmerl auf und ihr machts an Skandal daraus“ (Dem Warmen [Schwulen] platzt ein Pickel auf und ihr macht einen Skandal daraus).

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Auf seiner Homepage distanzierte sich der SK Rapid von dem Banner: „Selbstverständlich distanzieren wir uns von der Wortwahl des heutigen Transparents entschieden, denn Homophobie oder homophobe Anspielungen lassen sich auch mit unserem Leitbild nicht vereinbaren!“

Auch die Fußballfans gegen Homophobie Österreich nehmen die öffentliche Diskussion zum Anlass, sich in die Debatte einzuschalten. So betont die Initiative, dass Homophobie unter österreichischen Fußballfans kein exklusives Rapid-Problem sei. Entgleisungen von Fans anderer Vereine hätten es bislang lediglich nicht in die Medien geschafft.

Dass nun öffentlich über das Thema diskutiert wird, begrüßen die Fußballfans gegen Homophobie. „Nur, weil etwas seit vielen Jahren als Normalzustand akzeptiert wird, heißt es nicht, dass es immer so bleiben muss“, so die Initiative.

Das Bündnis betont jedoch auch, dass Homophobie nicht allein ein Problem unter Fußballfans sei. Auch Kollektivstrafen wie Blocksperren oder Geisterspiele als Konsequenz lehnt die Initiative ab. „Wir wollen nicht die Emotionen im Fußball verbieten oder verändern – Fußball soll laut, wild und leidenschaftlich bleiben, jedoch ist dies auch möglich, ohne andere Menschen zu diskriminieren.“