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National

Hört zu!

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 13. August 2014
Quelle: imago

Mit einem groß angelegten Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler der Universität Bielefeld etwas über verschiedene soziale Identitäten von Fußballfans herausfinden. Doch ist das überhaupt nötig? Ein Kommentar.

„Den Fans eine Stimme geben“, will BiFans, die Bielefelder Fußballfan-Studie. „Ihre Sichtweisen abbilden.“ Doch bedarf es dazu einer Studie? Die von DFB und DFL gefördert wird? Schließlich ertönt die Stimme der Fans Woche für Woche in den Stadien dieses Landes. Sie ist lesbar auf Transparenten und in Stellungnahmen. Dort erfährt man, welche Themen den Anhängern am Herzen liegen und was sie bewegt. Man müsste ihnen nur Gehör schenken.

Beispielhaft sei an die Aktion „12:12 – Ohne Stimme, keine Stimmung“ im November und Dezember 2012 erinnert, mit der Fans bundesweit gegen das Sicherheitspapier der DFL protestieren. Eindrucksvoll zeigten die Fußballfans durch ihr Schweigen in den ersten zwöl Minuten und zwölf Sekunden eines jeden Spiels, wie grausam das Versagen der Fan-Stimme sich anfühlen und anhören kann.

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Auch wenn die Bielefelder Forscher betonen, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine „Sicherheitsstudie“ handelt: Liegen die Ergebnisse erst vor, werden auch Poltik und Polizei daran interessiert sein. Und dann werden sie wieder einmal über die Fußballfans sprechen – anstatt mit ihnen. Einmal mehr werden Fußballanhänger zum Forschungsobjekt degradiert. Der so oft geforderte Dialog auf Augenhöhe ist das nicht.

fn